Bundesliga

Raums turbulente Rückkehr: Fürth applaudiert Hoffenheims Nationalspieler

Fürth applaudiert Hoffenheims Nationalspieler

Raums turbulente Rückkehr

Bekannte Gesichter: David Raum (li.) scherzt am Samstag mit den Fürther Ex-Kollegen.

Bekannte Gesichter: David Raum (li.) scherzt am Samstag mit den Fürther Ex-Kollegen. imago images/Zink

Ein halbes Jahr lag sein letzter Auftritt an diesem speziellen Ort zurück. Ein denkwürdiger. Mit dem 3:2-Heimsieg gegen Düsseldorf hatte David Raum mit seinem Ausbildungsverein den Aufstieg in die Bundesliga gefeiert - zugleich aber auch Abschied von der Spielvereinigung nach 15 Jahren im Nachwuchs und Profibereich. Ablösefrei war der 23-Jährige im Sommer nach Hoffenheim gewechselt, nun die emotionale Rückkehr nach Fürth mit der TSG.

Schon beim Aufwärmen wurde der verlorene Sohn mit würdigenden Worten des Stadionsprechers und mit warmem Applaus der Fürther Anhänger begrüßt. Schließlich hat das Eigengewächs in diesem halben Jahr sehr viel erreicht, die U-21-EM gewonnen, bei Olympia gespielt und den Sprung zum A-Nationalspieler geschafft. "Es war natürlich ein besonderes Spiel für mich. Ich wurde hier ausgebildet und bin zum Profi geworden. Ich habe es im Spiel versucht auszublenden", erklärte Raum nach einem turbulenten 6:3-Sieg an alter Wirkungsstätte.

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"Die ersten 20 Minuten waren wir etwas überrascht. Danach haben wir es offensiv super gelöst und das Spiel noch in der ersten Hälfte gedreht", resümierte Raum, doch die alten Kollegen ließen nicht locker und glichen nur wenige Sekunden nach Wiederanpfiff erneut aus. "Wir haben auch nach dem Nackenschlag zum 2:2 super reagiert und unsere ganze Qualität im Kader gezeigt", erklärte Hoffenheims Linksverteidiger, "es tut gut, dass wir auch mal wieder auswärts gewonnen haben."

Ausgerechnet Fürth musste herhalten, um die magere Auswärtsbilanz der TSG aufzubessern, erstmals in dieser Saison zwei Siege nacheinander einzufahren und erstmalig in der 1. Liga sechs Treffer in einem fremden Stadion zu schießen. An der Vorbereitung gleich zweier Treffer war auch Raum maßgeblich beteiligt, der sich allein beim Jubeln vornehm zurückhielt.

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Ansonsten beackerte er die ihm nur allzu gut bekannten Außenbahnen in Fürth in gewohnter Manier, setzte vor dem 1:1 mit einem starken Steilpass Georginio Rutter in Szene, dessen Flanke Ihlas Bebou versenkte; nur acht Minuten später flankte Raum gefühlvoll auf den Kopf von Rutter, der zum 2:1 vollendete. Eine turbulente und zumindest für Raum rundum gelungene Rückkehr nach Fürth: "Am Ende war der Sieg natürlich verdient und ich bin überglücklich", so Raum, der neben schönen Erinnerungen diesmal auch sein mittlerweile begehrtes Trikot in Fürth ließ.

Michael Pfeifer