Bundesliga

Raum bedauert Hoeneß-Abgang: "Habe Basti viel zu verdanken"

TSG-Star im Trainingslager in Marbella - "Dadurch entsteht eine Einheit"

Raum bedauert Hoeneß-Abgang: "Ich habe Basti viel zu verdanken"

Er hat die Zeit unter Ex-Trainer Sebastian Hoeneß genossen: TSG-Linksfuß David Raum.

Er hat die Zeit unter Ex-Trainer Sebastian Hoeneß genossen: TSG-Linksfuß David Raum. imago images

Mit Torhüter Oliver Baumann und David Raum ist Hoffenheim gleich zweifach im Trainingslager der deutschen Nationalmannschaft in Marbella vertreten. Eine Maßnahme, die Linksverteidiger Raum als äußerst sinnvoll wie abwechslungsreich wahrnimmt. "Ich finde das schön, in der Früh haben wir Training und Spaß mit den Jungs auf dem Platz, am Nachmittag lernt man die Familien und Partnerinnen kennen", schildert Hoffenheims Shootingstar seine Eindrücke aus Spanien, "man wächst zusammen, die Frauen lernen sich untereinander kennen. Ich glaube, dadurch entsteht eine Einheit, wie eine kleine Familie."

Eine richtungsweisende Hinführung auf die anstehenden Partien in der Nations League ebenso wie bereits im Hinblick auf die WM in Katar Ende des Jahres. Während Baumann aktuell nur den Platzhalter gibt für die Konkurrenten Marc-André ter Stegen (pausiert) und Bernd Leno (verletzt), hat Raum gute WM-Chancen.

Das lenkt einen nur ab von der eigenen Leistung.

David Raum

Wie sieht er sich im Rennen um den Platz auf der linken Außenbahn gegenüber Konkurrenten wie etwa Inter Mailands Robin Gosens? "Ich bin kein Freund davon rumzuspekulieren, wo ich gerade stehe", versichert Raum, "ich konzentriere mich auf mich, schaue, dass ich meine Leistung bringe in jeder Einheit, in jeder Übung alles zu geben, und wenn ich in den Spielen auf dem Platz stehen darf, werde ich auch alles geben, wie ich es auch in den letzten Spielen gemacht habe. Dann werden wir sehen, was am Ende dabei rauskommt, ohne groß nach links oder rechts zu schauen. Das lenkt einen nur ab von der eigenen Leistung."

Raum selbstbewusst: "Das ist meine Stärke"

Lieber konzentriert er sich auf die im Vergleich zum Verein leicht veränderten Aufgaben. "Wie man gegen Israel und Holland gesehen hat, komme ich trotzdem noch zu meinen Flankenläufen, darf auch sehr hoch stehen, was mir sehr viel Spaß macht", sagt der 24-Jährige, "wenn ich in den Vorderfuß gespielt bekomme, sehe ich immer gleich die Chance zu flanken. Ich kann aber auch mal draufsteigen und den Ball zurück in den Rückraum spielen, damit wir länger in Ballbesitz bleiben, je nachdem, wie man sich auf einen Gegner einstellt. Trotzdem zeige ich auch hier meine Flanken, das ist meine Stärke."

Während sich Raum in der erweiterten WM-Vorbereitung befindet, hat sein Verein im Zuge der Saisonaufarbeitung den Trainer gewechselt, sich von Sebastian Hoeneß getrennt und André Breitenreiter verpflichtet. Raum verfolgt die Entwicklung mit gemischten Gefühlen. "Ich muss sagen, ich habe Basti sehr viel zu verdanken. Ich bin unter ihm zum Bundesligaspieler geworden und habe meine ersten Eindrücke gesammelt, wurde auch Nationalspieler in dieser Zeit, dafür bin ich ihm sehr dankbar. Wir haben uns auch sehr gut verstanden, deswegen habe ich ein weinendes Auge", erklärt der Linksfuß, "mit André Breitenreiter kommt jemand, der gerade mit Zürich Meister geworden ist, der sehr gerne auch Offensivfußball spielt. Ich bin gespannt, wie das funktionieren wird, persönlichen Kontakt hatten wir noch nicht."

Wer weiß, wie intensiv der überhaupt wird. Denn mit 13 Assists und drei Toren hat Raum auch in der Bundesliga sein enormes Potenzial unter Beweis gestellt und gilt bereits nach seinem ersten Jahr bei der TSG als potenzieller Verkaufskandidat auf seinem Weg zu einem Topklub.

Michael Pfeifer

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