Int. Fußball

Rassismus um Vinicius Junior: Atletico verurteilt Vorfälle

Im Rahmen des Madrider Derbys

Rassistische Eskalation um Vinicius Junior: Atletico verurteilt Vorfälle

Ein Jubeltanz gegen den Rassismus: Rodrygo und Vinicius Junior (re.).

Ein Jubeltanz gegen den Rassismus: Rodrygo und Vinicius Junior (re.). IMAGO/nogueirafoto

Die unglückliche Aussage des Präsidenten der spanischen Fußballagenten Pedro Bravo, Vinicius Junior möge sich mit seinen Jubeltänzen nicht "zum Affen machen", war größtenteils ins Reich der Fehlinterpretationen verwiesen worden. Trotzdem hatten der Brasilianer sowie seine Landsleute Pelé oder Neymar mit Ansprachen via Social Media Schlimmerem vorbeugen wollen. Dann aber zerrissen Teile der Anhänger von Atletico Madrid alle Zweifel in der Luft.

Auch Atletico-Kapitän Koke heizte die Stimmung auf

Im Rahmen des Derbi madrileno, das Real wie alle seine bisherigen Pflichtspiele in dieser Saison gewonnen hatte, war alles Sportliche in der spanischen Hauptstadt am Sonntagabend in den Hintergrund gerückt. Denn während Vinicius Junior und Torschütze Rodrygo ihre Antwort auf den kleineren Skandal auf dem Rasen gaben, bauschte sich rund um das prestigeträchtige Stadtduell, vor dem Atletico-Kapitän Koke dem 22-Jährigen im Falle eines Jubeltanzes "Ärger" angedroht hatte, ein weitaus größerer Skandal auf.

Besonders vor dem Civitas Metropolitano war Vinicius Junior von hunderten Atleti-Anhängern durch Affen-Gesänge rassistisch beleidigt worden, ein "Fan" hatte eine Puppe, die wohl einen Schwarzen Sklaven klischeehaft darstellen sollte, in ein weißes Hemd gesteckt und mit einem Real-Schal "verziert". Während des Spiels folgten weitere Schmähgesänge und Affenlaute, wann immer der Brasilianer am Ball war.

La Liga verspricht "Gerechtigkeit"

Am Dienstag haben die Rojiblancos die Vorfälle rund um ihr Stadion in einer offiziellen Vereinsmeldung verurteilt. Es seien "nicht zu akzeptierende" Gesänge einer "Minderheit" gewesen, bei deren Identifikation Atletico - wie auch La Liga selbst, die "Gerechtigkeit" versprach - die zuständigen Behörden unterstützen wolle. "Wir werden niemandem erlauben, sich rassistisch zu äußern und sich dann hinter unseren Farben zu verstecken", heißt es in dem Statement.

Anders als Real Madrid ("Ultras Sur") und der FC Barcelona ("Boixos Nois") haben die Rojiblancos ihre rechtsradikal auffällige Ultra-Gruppierung "Frente Atletico" noch nicht aus dem Stadion verbannt.

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