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Rassistische Anfeindungen: Radprofi Bouhanni startet nicht beim Scheldepreis

UCI verurteilt Beleidigungen gegen den Franzosen

Rassistische Anfeindungen: Bouhanni startet nicht beim Scheldepreis

Nacer Bouhanni wird nach rassistischen Anfeindungen nicht beim Scheldepreis starten.

Nacer Bouhanni wird nach rassistischen Anfeindungen nicht beim Scheldepreis starten. picture alliance

"Nach den jüngsten Ereignissen ist Nacer Bouhanni nicht in der Lage, an den Start zu gehen", teilte Bouhannis Team Arkea-Samsic auf seinen sozialen Kanälen mit. Hintergrund sei die Disqualifikation Bouhannis beim Grand Prix Cholet Ende März gewesen. Danach sei er via soziale Medien massiv rassistisch beleidigt worden.

Bei dem Rennen im Westen Frankreichs hatte Bouhanni Jake Stewart (Groupama-FDJ) im Zielsprint bei hohem Tempo in die Absperrung gedrückt. Zwar konnte Stewart einen Sturz vermeiden, doch der Brite erlitt bei der Aktion einen Handbruch. Bouhanni war anschließend von der Rennjury disqualifiziert, der Vorfall an die UCI-Disziplinarkommission weitergeleitet worden.

Die UCI verurteilte die Anfeindungen gegen den Sprinter. "Wie schwerwiegend auch immer der Fehler des französischen Fahrers war, so rechtfertigt es die Beleidigungen noch lange nicht", teilte die UCI mit. Der Verband betonte, man werde jede Art von Diskriminierung bekämpfen.

Allerdings wurde Bouhanni nicht zum ersten Mal auffällig. Der 30-Jährige ist bekannt, bei Sprints hohes Risiko zu gehen. Bereits des Öfteren wurde er deshalb von der UCI-Disziplinarkommission belangt.

In einem Interview mit der französischen "L'Equipe" (Dienstagausgabe) berichtete Bouhanni, dass er bereits während seiner ganzen Karriere rassistischen Beleidigungen ausgesetzt sei. Er habe diese nicht eher thematisiert, weil das Thema tabuisiert war, und er Angst hatte, sich selbst zum Opfer zu stilisieren. Doch nach den jüngsten Angriffen änderte er seine Meinung.

Bouhanni: "Es ist traurig, das alles zu lesen"

"Ich wurde in Frankreich geboren. Ich liebe mein Land. Mit 21 Jahren war ich französischer Meister. Als ich mit La Marseillaise auf dem Podium stand, war es einer der schönsten Momente meiner Karriere", sagte Bouhanni, der im Jahr 2012 franzöischer Meister geworden war. "Es ist traurig, das alles zu lesen", sagte Bouhanni, dessen Eltern nordafrikanische Wurzeln haben. Im Peloton oder bei seinen bisherigen Teams habe er aber nie Probleme gehabt.

jer