2. Bundesliga

HSV: Raab ist endlich ein Matchwinner

HSV-Keeper überragt gegen den Ex-Klub und ist erstmals Retter seit dem Rollentausch

Raab ist endlich ein Matchwinner

Die Szene des Spiels: Matheo Raab pariert gegen Almamy Toure.

Die Szene des Spiels: Matheo Raab pariert gegen Almamy Toure. IMAGO/Susanne Hübner

Die 61. Minute im Volkspark war zweifelsfrei die Schlüsselszene. Gleich zwei Mal reagierte HSV-Keeper Matheo Raab herausragend gegen Almamy Toure, verhinderte erst mit einem Blitzreflex den fast sicheren Gegentreffer, war dann auch beim Nachschuss rechtzeitig wieder oben, hielt den Ball sogar fest und leitete direkt den Gegenangriff ein, der im 2:1-Siegtor durch Lukasz Poreba mündete. "Ich dachte in der Szene, das ist ein sicheres Gegentor", verrät Mittelfeld-Chef Jonas Meffert, "da hatten wir genau das Spielglück, das uns noch in Fürth gefehlt hat."

Auch Raab selbst hatte endlich das Spielglück und jenen Moment, auf den er seit seiner Beförderung zur Nummer 1 des HSV im Februar gewartet hatte. Anfangs hatte der 25-jährige gebürtige Hesse etwas wacklig agiert, sich dann stabilisiert, aber eben noch nicht dieses für einen Torwart so wichtige Spiel gehabt, aus dem er als der Garant des Dreiers hervorgeht. Bis zum Samstag gegen seinen Ex-Verein.

Baumgart: "Hoffentlich wird er langsam als der Rückhalt respektiert, der er ist"

"Jetzt", sagt Steffen Baumgart, "wird er langsam hoffentlich auch als der Rückhalt respektiert, der er in diesem Spiel war und der er für uns ist." Der Trainer hatte die von Vorgänger Tim Walter in dessen letzten Spiel getroffene Entscheidung über die neue Rollenverteilung im HSV-Tor übernommen und verteidigt, nach Raabs Glanzauftritt lobt er grundsätzlich: "Matheo ist ein sehr, sehr guter Torwart." Einer, der auch den Rückhalt der Teamkollegen hat, obwohl die langjährige Nummer 1, Daniel Heuer Fernandes, ein anerkannter Führungsspieler ist. "Er ist ein super Torwart", lobt Meffert Raab, "mich freut dieser Moment für ihn. Denn das war die entscheidende Situation des Spiels."

Raab flog in den 90 Minuten gegen die alten Kollegen insgesamt drei Mal genau richtig. Und behält in der Beurteilung seines Auftritts Bodenhaftung. "Es ist egal, wer letztlich entscheidend ist", findet er und analysiert: "Wir können auch aus der Partie vieles mitnehmen, das wir noch verbessern können."

Ex-Lauterer Raab: "Kein Spiel wie jedes andere"

Er selbst kann nicht viel besser machen als beim Duell gegen den Ex-Klub. Im Sommer 2022 war er als Lauterer Aufstiegsheld in der Rolle des Herausforderers nach Hamburg gewechselt, hat rund eineinhalb Jahre auf die große Chance gewartet. Debütiert für den HSV hatte er im Herbst 2022 ausgerechnet gegen den FCK (1:1), jetzt hatte er gegen die Roten Teufel auch seine erste Partie als Matchwinner. "Ein Spiel wie jedes andere", verrät er, "war es nicht. Aber ich habe versucht es, wie ein normales Spiel anzugehen." Raabs Versuch glückte eindrucksvoll.

Sebastian Wolff

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