Bundesliga

Prophet Herrlich und Caligiuris Lieblingsgegner

Augsburger Premiere in der zehnten Bundesligasaison

Prophet Herrlich und Caligiuris Lieblingsgegner

Daniel Caligiuri

Ein typischer Caliguiri: Nach dem Tor wird gesägt. Getty Images

Bis auf die Spielzeiten 2013/14 (8. Platz) und 2014/15 (5.) beendete der FCA bislang jede Bundesligasaison in der unteren Tabellenhälfte. Und auch dieses Jahr scheint es für die bayerischen Schwaben primär wieder um den Klassenerhalt zu gehen. Für dieses Ziel haben die Augsburger nun schon einmal sechs wichtige Zähler auf der Habenseite.

Denn nach dem 3:1-Erfolg bei Union Berlin zum Saisonauftakt legte die Herrlich-Elf überraschenderweise gegen den BVB mit 2:0 nach. Nach den Samstagspartien sind die Fuggerstädter damit die einzige Mannschaft mit perfekter Punkteausbeute - eine Premiere in der drittgrößten Stadt Bayerns. "Wir freuen uns", gestand Manager Stefan Reuter, und fügte sogleich hinzu: "Aber wir können das einordnen."

Herrlichs Wunschprophezeiung geht in Erfüllung

"Wenn die Schlagzeilen morgen wären: Spielerische Armut, Standardsituation für uns, dann bin ich zufrieden", hatte Trainer Herrlich am Freitag noch orakelt. Gute 24 Stunden später bewahrheiteten sich die Aussagen des "Propheten", zumindest teilweise.

Spielerisch arm war der Auftritt des FCA nicht. Zwar hatte Dortmund deutlich mehr Abschlüsse (18:6) und Spielanteile (80 Prozent Ballbesitz), aber auf der anderen Seite ist Augsburg über elf Kilometer mehr gelaufen und hat es den Borussen damit enorm schwer gemacht, sich ins letzte Drittel zu kombinieren. "Natürlich habe ich es mir so vorgestellt", grinste ein glücklicher Herrlich nach Spielende.

Dies gilt sicher auch für die Ausführung der Standardsituationen. In diesen wollten die Augsburger gefährlich werden, so Herrlich: "Das ist aufgegangen." In der 40. Minute zirkelte Caligiuri eine punktgenaue Flanke auf die Stirn von Uduokhai, der per Kopf zum 1:0 traf.

Für Caligiuri war es der erste von zwei Scorerpunkten an diesem Nachmittag, denn nach dem Seitenwechsel traf der Ex-Schalker auch noch zum vorentscheidenden 2:0. In seinem 300. Bundesligaspiel traf der 32-Jährige schon zum sechsten Mal gegen seinen Lieblingsgegner BVB.

Ein Gruß an den Platzwart und ein Lob für die Zuschauer

In den vergangenen sieben Spielen gegen Dortmund war Caligiuri an neun Toren beteiligt. "Es ist immer schön, gegen Dortmund zu treffen, vor allem als Ex-Schalker. Dass es am Ende zum Sieg gereicht hat, ist umso schöner", sagte Augsburgs Matchwinner bei "Sky". Von einem "überragenden Gefühl" sprach er derweil in puncto Zuschauer. 6000 waren in der Augsburger WWK-Arena zugelassen. Für Caligiuri habe sich dies aber "wie ein volles Haus angefühlt".

Zwei Mal lief es beim Matchwinner dann aber doch nicht rund. In der Nachspielzeit trottete er bereits zur Seitenlinie, um ausgewechselt zu werden, blieb dann aber doch noch auf dem Feld. "Missverständnis", so der 32-Jährige, der knapp zehn Minuten früher eine Ecke direkt ins Toraus geschossen hatte: "Da muss ich nochmal mit dem Platzwart sprechen."

ssc