Olympia

Probleme mit der Bahn: Gold-Favorit Vetter wird nur Neunter!

Speerwurf-Star wirft nur 82,52 Meter - Weber fehlen 15 Zentimeter

Probleme mit der Bahn: Gold-Favorit Vetter wird nur Neunter!

Weggerutscht: Johannes Vetter verpasste eine Medaille. 

Weggerutscht: Johannes Vetter verpasste eine Medaille.  imago images

Für den zweiten deutschen Starter Julian Weber lief es zunächst besser. Nach 85,30 Metern bereits im ersten Versuch - Saisonbestleistung - rangierte Weber zunächst auf dem Bronze-Rang drei, rutschte dann aber noch auf Rang vier ab. Am Ende fehlten dem Mainzer 15 Zentimeter auf die Bronzemedaille. Gold ging an den Inder Neeraj Chopra (87,58 Meter), Silber und Bronze an die Tschechen Jakub Vadlejch (86,67) und Vitezslav Vesely (85,44). 

Vetter hatte in Tokio sichtlich Probleme mit dem Anlauf, rutschte beim Abwurf weg. Dabei hatten die Organisatoren die Mondo-Anlaufbahn mit Hunderten Eispacks vor dem Wettkampfbeginn extra versucht abzukühlen, um Vetter & Co. einen festen Stand beim Abwurf zu ermöglichen. Der Ex-Weltmeister rutschte aber schon nach dem zweiten Versuch weg und hielt sich dann den schmerzenden linken Fuß - bei seinem Abwurf lastet etwa eine Tonne Gewicht auf dem Gelenk.

Vetter: "Das tut schon beim Hinschauen weh"

"Ich glaube, ich muss nicht viel dazu sagen. Das tut beim zweiten Versuch schon beim Hinschauen weh. Wenn ich das sehe, ist das zum Kotzen. Die Läufer laufen auf der Bahn Rekorde. Für Leute wie mich, die ein bisschen härter hin stemmen, denen versaut es die Leistung. Wenn ich über 90 Meter werfen will, muss ich da hin stemmen, da kann ich jetzt so schnell kein neues System lernen", meinte ein frustrierte Vetter anschließend im ZDF.  "Die Anlage kann man danach in die Tonne kloppen, das ist gefährlich", so Vetter weiter. 

Im Vorfeld der Spiele hatte sich Vetter, der aufgrund seiner besonderes Technik empfindlich auf den Anlaufbelag reagiert, noch gefreut, dass im Olympiastadion eine Mondo-Bahn verlegt wurde. "Das ist ein neu konzipierter, auf dem anderen kann ich top werfen. Manche kommen damit klar", erklärte er. Schon in der Qualifikation war Vetter auf der Bahn von Tokio unter seinen Möglichkeiten geblieben und hatte über den rutschigen Belag geklagt.

jom/dpa/sid

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