Regionalliga

Prinzen: "Der Abstieg hatte schon Nachwehen"

Der Trainer des 1. FC Nürnberg II im kicker-Interview

Prinzen: "Der Abstieg hatte schon Nachwehen"

Arbeitet seit 2013 in Nürnberg: Zweimal war Reserve-Coach Roger Prinzen Interimstrainer der Profis.

Arbeitet seit 2013 in Nürnberg: Zweimal war Reserve-Coach Roger Prinzen Interimstrainer der Profis. imago

kicker: Herr Prinzen, in wenigen Tagen geht ein bewegtes Jahr für Sie zu Ende. Welches Schlagwort geben Sie 2014?

Roger Prinzen: Ereignisreich! Ob das der Fußballlehrer war, der viel Zeit gekostet hat. Die hervorragende Rückserie mit der U 23 im Frühjahr. Die Zeit in der Bundesliga und der vergebliche Versuch, die Situation irgendwie zu retten. Dann sind wir mit einer sehr verjüngten Mannschaft in eine kräftezehrende Saison gegangen. Dort bin ich nach Daniel Klewers Wechsel zu den Profis zwei Monate ohne Co-Trainer auf dem Platz gestanden. Im Herbst habe ich Andy Wolf und Marek Mintal dazubekommen, und zuletzt haben auch die Ergebnisse gestimmt.

Trainersteckbrief Prinzen
Prinzen

Prinzen Roger

kicker: Im April wurden Sie zwischenzeitlich zum Profitrainer, um die Klasse zu halten. Eine Mission impossible?

Prinzen: Nach der Erfahrung vom Oktober 2013, als ich die Mannschaft gegen Frankfurt übernommen und diese gut funktioniert hatte, hatten wir die Hoffnung, doch noch einen Impuls setzen zu können. Das Heimspiel gegen Hannover war dann das Schnittspiel, in das wir vor allem im mentalen Bereich viel investiert hatten. Dann beginnen wir mit einem katastrophalen Fehler nach fünf Minuten. Man hat dann gemerkt, dass die Mannschaft nicht den Mut hatte, die letzte Chance zu packen. Das war eine herbe Erfahrung.

Unsere Zusammenarbeit ist von Offenheit geprägt.

Reservecoach Roger Prinzen über sein Verhältnis zu FCN-Trainer René Weiler

kicker: Beschäftigt Sie der Abstieg noch?

Prinzen: Das hatte schon noch seine Nachwehen. Aber im Alltag habe ich so viel Arbeit, dass mich das heute nicht mehr groß beschäftigt.

kicker: Mit Dittgen, Pachonik und Bihr haben drei Spieler Ihres Kaders bei den Profis debütiert. Macht Sie das stolz?

Prinzen: Antonio-Mirko Colak nicht zu vergessen. Tobias Pachonik und Manuel Bihr sind Spieler, die mit Leidenschaft spielen und sich den Allerwertesten aufreißen, das gefällt mir. Max Dittgen hat auch die Kurve gekriegt. Er ist ein kreativer Freigeist. Wir haben viel Arbeit investiert, damit er den Sprung schafft. Seine Entwicklung macht mich schon stolz.

kicker: Vor einigen Wochen hat René Weiler den Profikader übernommen. Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit?

Prinzen: Wir kennen uns bereits knapp zehn Jahre aus St. Gallen, als ich Sportdirektor von SC Austria Lustenau war und später aus den Duellen in der Challenge League, als ich zweieinhalb Jahre lang Assistenztrainer beim FC Vaduz war. Er ist deshalb auch gleich an seinem ersten Tag zu uns auf den Platz gekommen. Unsere Zusammenarbeit ist von Offenheit geprägt. Er hat uns auch mit wichtigen Spielern unterstützt wie Dittgen, Samuel Radlinger oder Dave Bulthuis.

Bundesweit die jüngste Regionalliga-Mannschaft

kicker: Wie macht sich die Verjüngung von der U 23 zur U 21 bemerkbar?

Prinzen: In der Unerfahrenheit. Wir haben mit einem Altersdurchschnitt von unter 21 Jahren den jüngsten Kader aller Viertligisten bundesweit. Der Großteil unserer Spieler hatte noch überhaupt keine Regionalliga-Erfahrung. Wir haben aber viel im mentalen Bereich gearbeitet, uns die Unterstützung von Hubert Schwarz geholt und am Ende auch die wichtigen Spiele gewonnen.

kicker: Welche Wünsche haben Sie für 2015?

Prinzen: Dass meine Familie und meine Spieler gesund bleiben und wir eine erfolgreiche Rückrunde mit der U 21 spielen. Zusätzlich wünsche ich mir, dass der eine oder andere Spieler wieder den Sprung aus der U 21 in den Profikader schafft.

Interview: Martin Bauer