Bundesliga

Preetz: "Wir brauchen einen etwas längeren Atem - aber den haben wir"

Herthas Sport-Geschäftsführer zieht erste Bilanz und spricht über Götze und Labbadia

Preetz: "Wir brauchen einen etwas längeren Atem - aber den haben wir"

Verteidigt seine Transferpolitik: Herthas Sport-Geschäftsführer Michael Preetz.

Verteidigt seine Transferpolitik: Herthas Sport-Geschäftsführer Michael Preetz. imago images

Hertha habe bei Mario Götze, der Anfang Oktober zur PSV Eindhoven gewechselt war und dort einen guten Start hinlegte, keine Chance verpasst, erklärt Preetz: "Mario war auf dem Markt. Aber es müssen alle Parameter zusammenpassen, damit es zu einem Transfer kommt. Das war nicht der Fall." In der zurückliegenden Sommer-Transferperiode seien "nicht alle Dinge aufgegangen, die wir uns vorgestellt haben. Aber wir sind zufrieden mit dem, was wir gemacht haben".

Hertha werde angesichts der durch die Partnerschaft mit Investor Lars Windhorst gewachsenen Möglichkeiten "deutlich anders und handlungsfähiger auf dem Markt wahrgenommen", sagt Preetz. "Bei einigen Klubs war zu spüren, dass wir der Gesprächspartner waren, der zur rechten Zeit kam, um die Löcher in den Kassen zu stopfen. Aber wir waren uns intern immer einig, dass wir das nicht mitmachen. Das hat dazu geführt, dass wir einige Male Nein gesagt haben." Der Sport-Geschäftsführer verteidigt seine eher moderate Transferpolitik im zurückliegenden Sommer und wehrt sich gegen aus seiner Sicht überzogene Erwartungen: "Meine Aufgabe ist es, das ganze Bild zu sehen. Und deshalb muss ich nicht nur an morgen denken, sondern auch an übermorgen."

Bei einigen Klubs war zu spüren, dass wir der Gesprächspartner waren, der zur rechten Zeit kam, um die Löcher in den Kassen zu stopfen.

Die sportliche Bilanz der ersten Saisonwochen - mit Platz 12 in der Liga und dem Pokal-Aus in der 1. Runde bei Zweitligist Eintracht Braunschweig - fällt zwiespältig aus. "Ich hätte mir gewünscht, dass wir den einen oder anderen Punkt mehr machen und die erste Pokalrunde überstehen", sagt Preetz. "Das hätte den Entwicklungsprozess sicher beschleunigt. Insofern brauchen wir einen längeren Atem - aber den haben wir." Zugleich betont er: "Wir haben immer gesagt, dass die Räume, die durch den Weggang von Führungsspielern entstehen, von anderen besetzt werden. Dass das nicht von heute auf morgen geht, war uns klar. Das ist kein Prozess, der in ein paar Wochen oder Monaten abgeschlossen ist."

Labbadia: Mehr als nur ein Retter

Trotz zwischenzeitlich vier verlorener Liga-Spiele in Serie hegt der Mann, der nach seinem Karriere-Ende als Profi 2003 ins Management des Klubs wechselte und 2009 nach dem Abgang von Dieter Hoeneß in die erste Reihe rückte, keinen Zweifel am Wirken von Trainer Bruno Labbadia: "Wir sehen, wie Bruno und sein Trainerteam vom ersten Tag an mit der Mannschaft arbeiten. Und davon sind wir total überzeugt." Diejenigen, die Labbadia bescheinigten, nur ein Retter, aber kein Entwickler zu sein, steckten Herthas Coach in eine falsche Schublade: "Die, die ihn so einschätzen, springen zu kurz. Er hat auf jeder seiner früheren Stationen gezeigt, dass er in der Lage ist, einzelne Spieler beziehungsweise Teams zu entwickeln und Mannschaften ans internationale Geschäft heranzuführen oder dort hinein." Preetz' Fazit: "Wir wollen weiter nach oben kommen. Dafür muss man genau so arbeiten, wie Bruno Labbadia es tut."

Im großen kicker-Interview (Montagsausgabe, auch im e-Magazine erhältlich) spricht Preetz außerdem über Matheus Cunha, Matteo Guendouzi, die später als geplant kommende 100-Millionen-Euro-Tranche von Tennor, den Einsatz der Gelder, den neuen Hertha-CEO Carsten Schmidt und seine eigene Zukunft über das Vertragsende 2022 hinaus.

Steffen Rohr

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