Bundesliga

Preetz kann Labbadia-Aus "nicht bestätigen"

Hertha-Manager über die Krise und den Trainer

Preetz kann Labbadia-Aus "nicht bestätigen"

"Wir hatten uns für den Januar extrem viel vorgenommen": Michael Preetz.

"Wir hatten uns für den Januar extrem viel vorgenommen": Michael Preetz. picture alliance

Abstiegskampf statt Europapokal - Hertha BSC ist auch nach dem kostspieligen Transferherbst keinen Schritt weiter als vor einem Jahr. Unter Jürgen Klinsmann hatten die Berliner in der Vorsaison sogar zwei Punkte mehr nach 18 Spieltagen.

Es sei "völlig richtig, dass unser Blick im Moment nach hinten gehen muss", räumte Manager Michael Preetz am Samstagabend nach dem 1:4 gegen Werder Bremen im "Aktuellen Sportstudio" ein. "Wir sind in einer Situation, die extrem schwierig ist."

Preetz ärgert sich "wahnsinnig"

Labbadia steht gut neun Monate nach seiner Verpflichtung vor der Ablösung. Dass dessen Aus bereits beschlossen sei, wie es kurz nach dem Schlusspfiff in einem "Bild"-Bericht hieß, dementierte Preetz. "Also bitte", sagte er. "Ich stehe hier im Stadion unmittelbar nach dem Spiel. Wir haben in der Kabine zusammengesessen und haben nicht über irgendwelche Entscheidungen diskutiert. Insofern kann ich das nicht bestätigen."

Stattdessen seien die ernüchternden 90 Minuten gegen Werder Gegenstand der Unterhaltung gewesen. "Ich habe mich wahnsinnig geärgert", kommentierte Preetz die zweite klare Heimniederlage in Serie nach dem 0:3 gegen Hoffenheim zuvor. "Du hast natürlich keine Argumente nach zwei solchen Spielen."

Das hatte auch schon Labbadia gesagt. Hat der Trainer denn aus Manager-Sicht noch Argumente? "Darüber haben wir auch gesprochen", antwortete Preetz, blieb eine klare Antwort aber schuldig. "Wir haben uns für den Januar extrem viel vorgenommen. Das ist ein Monat, in dem wir die Kurve bekommen wollten, in dem wir uns in die richtige Richtung entwickeln und Punkte machen wollten."

Die letzten Wochen - für Preetz "eine einzige Enttäuschung"

Stattdessen folgten auf das 3:0 gegen Schalke am 2. Januar drei Niederlagen und ein Remis gegen Teams aus dem unteren Tabellendrittel. Oder in Preetz' Worten: "Eine einzige Enttäuschung." Nach allzu vielen Argumenten für Labbadia klingt das nicht.

Ist die mit ganz anderen Ambitionen zusammengestellte Mannschaft dem Abstiegskampf überhaupt gewachsen? "Wenn wir das Spiel heute nehmen und sehen, welchen Einsatz die Mannschaft gezeigt hat, was wir für Möglichkeiten hatten, was wir ausgelassen haben, dann ist nicht das Problem, Abstiegskampf zu können", so Preetz, "sondern, in den paar entscheidenden Momenten deutlich fokussierter zu sein. Daran müssen wir vor allen Dingen arbeiten."

Wer diese Arbeit übernimmt, ist jedoch ungewiss. Wie Labbadia könnte auch Preetz das schnelle Aus ereilen. Er will dennoch den "Blick nach vorne richten" und "in Lösungen denken". Er findet: "In jedem schwierigen Moment ist eine Chance, Dinge besser zu machen."

jpe

Bilder zur Partie Hertha BSC - Werder Bremen