Bundesliga

Praktikum beim VfB: Philipp Klement beweist Weitsicht

Warum der Mittelfeldspieler ein Studium begann

Praktikum beim VfB: Klement beweist Weitsicht

Zwei Hausarbeiten und die Bachelorarbeit fehlen noch: Philipp Klement.

Zwei Hausarbeiten und die Bachelorarbeit fehlen noch: Philipp Klement. imago images

Was kümmert einen Fußballprofi ein zweites Standbein, solange er mit beiden Füßen auf dem Rasen stehen kann? Doch eine Karriere kann kürzer und weniger verdienstvoll als verdienstreich sein, als so mancher Spieler glauben mag.

Diese Erfahrung musste Klement gerade zu Beginn seiner Laufbahn machen, als er 2014 als Regionalligaspieler des 1. FC Nürnberg nach einer schweren Schulterverletzung plötzlich vertrags- und vereinslos wurde. Die Profikarriere stand auf der Kippe, die gesamte Lebensplanung auf dem Prüfstand und die Entscheidung fest, künftig besser zweigleisig zu fahren.

Klement blickt zurück: "Das war eine harte Zeit"

Zwar kam Klement nach zwei Monaten des Wartens und Bangens beim FSV Mainz II unter, dennoch immatrikulierte er sich an der IST-Hochschule für Management in Düsseldorf für den Studiengang Sportbusiness-Management als Fernstudium. "Das war eine harte Zeit. Ich habe gefühlt alle 30 Minuten die Internetseiten danach durchforstet, ob irgendwo ein Spieler gebraucht wird", erzählt der Stuttgarter Mittelfeldspieler auf der VfB-Website über die Zeit des Zweifelns. "Das war eine prägende Zeit. Bis dahin hatte ich immer den Traum vor Augen, Bundesligaprofi zu werden. Mir wurde aufgezeigt, wie es auch laufen kann. Ich war gezwungen, mich mit Alternativen zu beschäftigen."

Dass es für ihn danach fußballerisch wieder aufwärts ging mit der Karriere in Mainz, Paderborn und Stuttgart, hat an seinem Blick auf die Dinge und die Wichtigkeit seines Studiums nicht verändert. "Es war manchmal ein bisschen schwierig, ausreichend Zeit zu finden und den Aufwand zu betreiben, um eine richtig gute Note zu bekommen", sagt Klement, der seine Prüfungen allesamt bestanden hat. "Ich bin zufrieden", so der 28-Jährige, der jetzt auch sein dreimonatiges Pflichtpraktikum in der Geschäftsstelle des VfB beendet hat. Zwei Hausarbeiten und die Bachelorarbeit stehen noch an. Bis zum kommenden Frühjahr möchte er das Studium abgeschlossen haben.

Erst "eines Tages" will Klement im Bereich Sportmanagement arbeiten

Vom Marketing über die Bereiche Vertrieb, Sponsoring, Kommunikation, Unternehmensstrategie, Finanzen und Controlling durchlief der Fernstudent beim VfB alle Abteilungen. Wegen der Homeoffice-Pflicht beim VfB und der vorgeschriebenen Hygienevorkehrungen der DFL weitgehend auf digitale Art und Weise.

Sein Nebenjob sei "sehr interessant" gewesen. "Ich konnte mich nicht nur viel mit den VfB-Mitarbeitern austauschen, sondern war auch oft bei Gesprächen mit Businesspartnern oder Medienvertretern dabei. Dadurch habe ich einen guten Einblick in die einzelnen Bereiche bekommen", so Klement, der eines Tages im Sportmanagement arbeiten möchte.

"Eines Tages", wie er betont. "Ich will erst einmal noch, solange es geht, Fußball spielen. Ich bin noch zu ehrgeizig, möchte noch einige Dinge erreichen und habe sehr viel Spaß daran, selbst auf dem Rasen zu stehen." Nach Möglichkeit in der kommenden Spielzeit wieder hauptsächlich und mehrzeitlich mit beiden Füßen auf den Rasenflächen der Bundesligastadien als auf der Ersatzbank sitzend.

George Moissidis

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