2. Bundesliga

SCP-Präsident Sagel: "Sind nicht der Selbstbedienungsladen"

Paderborn: Aufbruchstimmung mit guten Zahlen

Präsident Sagel: "Wir sind nicht der Selbstbedienungsladen"

Der SC Paderborn kann wie bei Ron Schallenberg (re.) nun auch mal "Nein" sagen.

Der SC Paderborn kann wie bei Ron Schallenberg (re.) nun auch mal "Nein" sagen. IMAGO/Fotostand

Die geschaffene Substanz länger erhalten, zudem den Wert des eigenen Kaders stetig erhöhen - mit diesen Zielen richtet sich der SC Paderborn 07 für die Zukunft aus. Bei der Mitgliederversammlung am Montagabend präsentierte der Klub Zahlen aus dem Geschäftsjahr 2021/22, die zu dieser Aufbruchstimmung passen: Sowohl beim Umsatz, der 29,7 Millionen Euro betrug und damit ein Plus von 17,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr beschert, als auch beim Gewinn von 1,4 Millionen Euro (16,6 Prozent Steigerung) gibt es ein ordentliches Wachstum. Die Eigenkapitalquote liegt nach Angaben der Paderborner bei aktuell 40 Prozent. Allerdings erzeugten hier Abschreibungen aus der Ausgliederung des Profifußballs und Zinsaufwendungen einen Fehlbetrag von 465 946 Euro, so dass das reale Vermögen auf 6,15 Millionen Euro zurückging.

Der SC Paderborn kann nun auch mal "Nein" sagen

Die Aussichten, vor allem steigender Fernsehgelder, erzeugen Selbstbewusstsein, hier fallen für den jetzigen Zweitligisten und Erstligisten von 2019/20 die Drittliga-Zugehörigkeiten der Jahre 2016/17 und 2017/18 aus der Fünfjahreswertung. Wie jüngst beim umworbenen, aber nicht freigegebenen Kapitän Ron Schallenberg könne man sich im Vergleich zu früheren Zeiten trotz verlockender Transfereinnahmen auch einmal ein "Nein" gegenüber abwerbenden Interessenten erlauben, so der Tenor von Präsident Thomas Sagel: "Unser Klub muss länger die Qualität halten, die er selbst hervorbringt. Wir sind nicht der Selbstbedienungsladen der Bundesliga."

Ein weiterer Arbeitsschwerpunkt soll auch künftig die Mitgliederwerbung bleiben. "Wir brauchen mehr Menschen mit einer starken Bindung zu unserem Verein", betont Sagel und kündigt eine "offensive, werteorientierte und zukunftsfreudige" Ausrichtung an.

3000 zusätzliche Sitzplätze

Voraussichtlich schon ab dem kommenden Mai soll auch das heimische Stadion ausgebaut werden. Im Fokus steht hier der Umbau auf drei Tribünenseiten, auf denen bis zum Januar nächsten Jahres auf Oberrängen 3000 zusätzliche Sitzplätze geschaffen werden. Die Stehplatzkapazität reduziert sich damit auf 6000, das gesamte Fassungsvermögen wird sich weiterhin auf 15 000 Besucher belaufen. Im nahegelegenen Trainings- und Leistungszentrum ist darüber hinaus eine Erweiterung um zwei Plätze vorgesehen.

Michael Richter

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