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Posse um Absage zwischen Düren und Münster

Steigt Preußen Münster auf dem Sofa auf?

Posse um Absage zwischen Düren und Münster: "Wir sind total frustriert"

Am Samstag wird auf der Westkampfbahn kein Ball rollen. Zwischen dem heimischen 1. FC Düren und dem WDFV gibt es Ärger.

Am Samstag wird auf der Westkampfbahn kein Ball rollen. Zwischen dem heimischen 1. FC Düren und dem WDFV gibt es Ärger. IMAGO/foto2press

Es herrscht Frust beim 1. FC Düren. Seit Donnerstag ist der Aufsteiger vom Nordrand der Eifel stolzer Besitzer einer fünfstufigen Steintribüne im Gästebereich, am Samstag nun hätte zur Einweihung der SC Preußen Münster zu Gast sein sollen auf der Westkampfbahn, jenes fanstarke Team also, um das derzeit eine Euphorie herrscht wie wohl um kein zweites in der Regionalliga. Tatsächlich hätten die Preußen am Samstag in Düren - unter gewissen Umständen - auch den Titel und den damit verbundenen Aufstieg feiern können. 2000 Karten wurden bereits verkauft, "eine tolle Kulisse", wie Wolfgang Spelthahn, Präsident des 1. FC Düren, sagt. "Es ist total frustrierend."

30. Spieltag

Denn aus der Feierei in Düren zumindest wird nichts. Der Westdeutsche Fußballverband (WDFV) hat die Partie abgesagt und im gleichen Zug mit 2:0 und drei Punkten für den SC Preußen Münster gewertet, der folglich einen Aufstieg auf dem Sofa erleben könnte, sollte Borussia Mönchengladbach II am Samstag nicht beim bereits abgestiegenen Schlusslicht SV Straelen gewinnen - und der 1. FC Düren nicht Einspruch gegen die Wertung einlegen.

"Haben alle Verbandsauflagen erfüllt"

Als Grund für die Absage schreibt der WDFV, dass für das Spiel gegen Münster "keine geeignete Spielstätte zur Verfügung" stehe - eine Behauptung, der Düren-Präsident Spelthahn vehement widerspricht: "Wir haben aus unserer Sicht alle Verbandsauflagen erfüllt. Auch die Behörden waren involviert und sagen: Es gibt keine Probleme." So habe man den Verband im Verlauf der Bauarbeiten regelmäßig mit Mails mit Bildern und Informationen zum Fortgang versorgt, versichert Spelthahn. Und nun, als die Arbeiten aus Dürener Sicht beendet waren und die Polizei den Bereich abgenommen habe, auch mit dem entsprechenden behördlichen Protokoll.

"Das einfachste wäre ohnehin gewesen, sie hätten jemanden vorbeigeschickt in den vergangenen Tagen. Aber das haben sie nicht. Vom Verband hat sich niemand den Bereich angeschaut." Stattdessen, so Spelthahn, habe der WDFV verlangt, dass die Polizei die Einhaltung der aufgestellten Vorgaben bestätige, "aber niemand kann doch die Auflagen eines Dritten bestätigen, das kann nur der Verband selbst machen."

"Uns liegen die Freigaben nicht vor"

Die beteiligten Seiten widersprechen sich. "Ob Bilder oder ähnliche Informationen aus Düren an uns herangetragen wurden, dazu kann ich nichts sagen", so Roland Leroi, Medienreferent des WDFV, "Fakt ist aber, dass wir Freigaben von behördlicher Seite brauchen. Uns liegen Freigaben von Polizei und Feuerwehr aber nicht vor."

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So beharrt der Verband weiter auf der Ausweichspielstätte, dem Waldstadion in Beeck. Die sei vom 1. FC Düren angegeben worden für den Fall, dass die heimische Westkampfbahn nicht den sicherheitstechnischen Anforderungen entspreche. "Dies ist beim Spiel gegen Preußen Münster der Fall, die Westkampfbahn in Düren genügt auch angesichts des zu erwartenden Zuschaueraufkommen nicht den sicherheitstechnischen Anforderungen", heißt es in der offiziellen Meldung des Verbands. 

"Die Absage hat den Grund, dass wir vermeiden wollen, dass rund um das Spiel etwas passiert und wir als ansetzender Verband dann verantwortlich gemacht werden", ergänzt Leroi. Warum genau sich der Sicherheitsbeauftragte des Verbands kein eigenes Bild von der Lage auf der Westkampfbahn machen konnte, dazu kann er allerdings keine Angaben machen.

Wertung gegen Düren

Eine Verlegung ins Waldstadion sei für diesen Samstag nicht möglich gewesen, da könne nicht gespielt werden, sagt Spelthahn. Und: "Ich habe so etwas noch nicht erlebt in meiner Laufbahn. Wir haben über Ostern mit großem Aufwand gearbeitet, auch all die freiwilligen Helfer sind total gefrustet."

Noch dazu, da dem 1. FC Düren mit der Absage auch die drei Punkte flöten gehen, Punkte, die der Aufsteiger nach zuletzt starken Ergebnissen (drei Siege, vier Remis aus den letzten sieben Punktspielen) aber ohnehin nicht dringend für den Klassenerhalt braucht. Der steht inzwischen so gut wie fest. Dennoch kann der Verein aber noch Einspruch gegen die Spielwertung einlegen.

Jan Mauer, Stefan Wölfel

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