3. Liga

Ponomarev tritt zurück - Lage beim KFC verschärft sich

Dem Drittligisten droht ein schnelles Ende

Ponomarev tritt zurück - Lage beim KFC verschärft sich

Der Abschied beim KFC Uerdingen naht, auch als Präsident: Mikhail Ponomarev.

Der Abschied beim KFC Uerdingen naht, auch als Präsident: Mikhail Ponomarev. imago images

Erst am Dienstagabend hatte er den Fans die große Hoffnung auf einen Nachfolger genommen, rund 24 Stunden später versetzte Mikhail Ponomarev dem KFC Uerdingen den nächsten Stoß. Er habe den Verwaltungsrat persönlich und schriftlich über seinen Rücktritt als Präsident des Vereins informiert, verkündete der 46-Jährige über die Rheinische Post - den zweiten Vorsitzenden Nikolas Weinhart nimmt er bei seinem Abschied gleich mit.

Am Abend wurde es offiziell. "Mikhail Ponomarev und Nikolas Weinhart haben ihren Rücktritt als 1. und 2. Vorsitzende des KFC Uerdingen 05 e.V. gegenüber dem Verwaltungsrat erklärt", heißt es in einer Mitteilung: "Satzungsgemäß steht der scheidende Vorstand nun mit dem Verwaltungsrat im engen Austausch, um einen geordneten und professionellen Übergang sowie die Handlungsfähigkeit des Vereins zu gewährleisten." Ponomarev sieht die Zeit für einen Wechsel günstig, da "aufgrund des aktuell ruhenden Trainings- und Wettkampfbetriebes der Jugendmannschaften der Verwaltungsrat genug Zeit hat, um Nachfolger zu finden und zu installieren".

Der Verein betont ausdrücklich, dass diese Entscheidung "keinerlei Auswirkungen auf die KFC Uerdingen 05 Fußball GmbH" habe, diese wird "weiterhin von Nikolas Weinhart als Geschäftsführer vertreten".

Dennoch: Es ist der nächste Tiefpunkt in einer schnellen Abfolge von immer noch tieferen Tiefpunkten. Erweckte Ponomarev am Dienstag zumindest noch den Anschein, der Verein sei ihm wichtig, führte er diesen Eindruck nur wenig später ad absurdum. Informiert war von seinem Blitz-Rückzug niemand, sowohl Pressesprecher André Schahidi als auch Trainer Stefan Krämer und die Mannschaft wurden von dem Schritt nicht in Kenntnis gesetzt. Dabei hatte Ponomarev ursprünglich angekündigt, den KFC zumindest noch bis zum Sommer zu unterstützen.

Interessant, dass Ponomarev im Gespräch mit der Rheinischen Post explizit den 20. Januar als Rücktrittsdatum nannte. Denn am 21. Januar müssen alle Drittligisten mögliche Liquiditätslücken gedeckt und dies dem DFB mitgeteilt haben. Dass der KFC ein heißer Kandidat für eine Liquiditätslücke ist, gab Ponomarev am Dienstag zu: Er selbst bezahle derzeit alle Rechnungen, einen Geldzufluss von außerhalb gebe es nicht. Viele Angestellte wie die Profifußballer warten allerdings derzeit auf Geld. Mindestens ein Gehalt steht aus, in wenigen Tagen wird auch das nächste Gehalt fällig.

Spiel gegen Mannheim soll stattfinden

Letzter verbliebender Verantwortlicher ist nun Andreas Galland, Chef des Verwaltungsrats. Laut Satzung muss er einen Nachfolger für Ponomarev berufen - eine schwierige Aufgabe. Immerhin das Heimspiel der 1. Mannschaft am Sonntag gegen Waldhof Mannheim soll stattfinden. Doch der nächste Knall folgt bestimmt.

Jim Decker

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