Regionalliga

Polizei-Einsatz nach BFC Dynamo gegen Chemie Leipzig

Reibereien zwischen Fans und Akteuren

Polizei-Einsatz und schwere Vorwürfe nach BFC Dynamo gegen Chemie Leipzig

In Berlin-Hohenschönhausen eskalierte die Lage nach dem Spiel.

In Berlin-Hohenschönhausen eskalierte die Lage nach dem Spiel. imago images/camera4+

Am Sonntag gewann Tabellenführer BFC Dynamo vor 2000 Zuschauern ohne Glanz durch Tore von Max-Peter Klump und Andor Bolyki mit 2:0 gegen Chemie Leipzig. Die Partie im Sportforum Berlin-Hohenschönhausen war zuvor als Hochrisikospiel eingestuft worden, die strikte Fan-Trennung führte für die BFC-Anhänger zu langen Schlangen. Ein erhöhtes Polizeiaufgebot sicherte zudem den Gästebereich ab, in dem etwa 450 Chemie-Fans ihr Team unterstützten.

Nach dem Spielende eskalierte die Lage. Zunächst hatten beide Teams vor ihren Fanblöcken gefeiert, aufseiten der Gäste war Trainer Miroslav Jagatic mittendrin. Dynamo-Trainer Christian Benbennek war dagegen sofort nach Spielende in den Katakomben verschwunden. Die Chemie-Elf und Jagatic gingen noch mal zur Gästebank, jedoch direkt vor dem Stehplatz-Block der BFC-Fans auf der Nordtribüne vorbei. Dort soll es am Zaun zum Werfen von Gegenständen und zu verbalen Provokationen gekommen sein. "Wir sind ja sehr tolerant. Aber wenn unsere Mannschaft mit Bier, Fahnenstangen und anderen Kleinteilen beworfen wird, angepöbelt wird, Hitlergrüße und Affenlaute aus dem Block kommen, hört bei uns endgültig der Spaß auf. Da ist auch das Ergebnis nebensächlich", twitterten die Leipziger unmittelbar nach der Partie. 

Jagatic äußert sich verschwommen

Einige Chemie-Fans überwanden den Zaun zum Pufferblock, und auch am Zaun zum Innenraum kam es zu Auseinandersetzungen. Es folgte ein heftiger Polizeieinsatz im Innenraum und am Zaun des Gästeblocks, bei dem auch Pfefferspray gegen Chemie-Anhänger eingesetzt wurde. Anschließend bekam der Mannschaftsbus der Sachsen bei der Abreise eine Extra-Polizeieskorte. "Ich habe kein Problem damit, mich beim BFC zu entschuldigen, möchte aber nicht ins Detail gehen", sagte Jagatic. Das tat der Chemie-Trainer dennoch: "Ich bin 1976 in Soltau geboren und habe einen deutschen Pass. Ich bin nicht auf Stunk aus, habe die Mannschaft zurückgeholt. Haltet die paar, die aus der Reihe tanzen, im Griff."

Dazu merkte BFC-Trainer Benbennek an: "Ich bin auch in Soltau geboren, nur vier Jahre älter. Auswärts muss ich mir auch sehr viel anhören, deswegen gehe ich bei solchen Situationen immer weg."

Das letzte Wort ist wohl noch nicht gesprochen. Chemie-Präsident Frank Kühne kündigte auf MDR-Nachfrage am Sonntagabend an, intern Gespräche zu führen und danach zu den Vorfällen konkreter Stellung zu nehmen.

Felix Ney/cfl