Bundesliga

Podolskis Kritik an FIFA, VAR, der Liga und dem FC

Ehemaliger Nationalspieler betritt mit Start der Europa League Neuland

Podolskis Kritik an FIFA, VAR, der Liga und dem FC

Selten um klare Worte verlegen: Lukas Podolski.

Selten um klare Worte verlegen: Lukas Podolski. Getty Images

So kritisiert der frühere Bundesliga-Profi des 1. FC Köln und des FC Bayern München die Pläne der FIFA, die WM alle zwei Jahre auszutragen, als reine Geschäftemacherei. "Die WM würde dadurch an Reiz und auch an Wertigkeit verlieren", moniert Podolski, "da geht es nur um noch mehr Geld."

Podolski kontra VAR

Ebenfalls keinen Gefallen findet er am Video Assistant Referee (VAR). Diesen sähe er am liebsten ausschließlich bei Strafstoßentscheidungen im Einsatz. Die permanente Video-Überwachung verändert aus seiner Sicht den Charakter des Spiels zu dessen Nachteil. "Der VAR macht den Fußball kaputt. Der nimmt die Intensität aus den Zweikämpfen heraus. Es gibt keine Fouls mehr, keine Grätschen, da wird sich nur noch entschuldigt - das ist ein Drama", moniert Podolski.

Der VAR macht den Fußball kaputt. Der nimmt die Intensität aus den Zweikämpfen heraus. Es gibt keine Fouls mehr, keine Grätschen, da wird sich nur noch entschuldigt - das ist ein Drama.

Lukas Podolski

Eine wirklich gute Entwicklung attestiert er auch dem deutschen Fußball nicht. So kritisiert die Bundesliga dafür, dass sie in der Europa League seit Jahrzehnten nicht mehr triumphiert hat: "Anscheinend fehlt die Qualität. Und auch der Hunger, das Bewusstsein zu sagen: Wir wollen den Titel unbedingt. Ich habe vor zwei Jahren einige Spiele des FC Sevilla gesehen. Die rennen, die kämpfen, die lieben diesen Wettbewerb und haben alles für den Titel gemacht."

Von einem solchen Triumph ist Podolskis Herzensklub, der 1. FC Köln, momentan weit entfernt. Den aktuellen sportlichen Aufschwung des FC verfolgt der ehemalige Kölner nach dem Fast-Abstieg in der Vorsaison mit Freude.

Podolski: "Über das Potenzial des FC sprechen wir seit Jahrzehnten"

Der Niedergang seines Klubs in den vergangenen Jahren überrascht ihn aber nicht. So habe dieser doch im Vergleich zur Konkurrenz keine gute Arbeit geleistet. "Über das Potenzial des FC sprechen wir ja schon seit Jahrzehnten, aber ausgeschöpft hat es der Verein gar nicht. Spieler zu entwickeln, sie teuer zu verkaufen und mit dem Geld eine Mannschaft aufzubauen - das machen andere Vereine wie Frankfurt oder Gladbach besser", so Podolski.

Wie Lukas Podolski die Aussichten von Eintracht Frankfurt in der Gruppenphase der Europa League einschätzt, ob er Bayer 04 Leverkusen international einen Titelchance einräumt, wie er sich auf seinen Job als TV-Experte (am Donnerstagabend ab 17.30 Uhr bei "TVNOW "und "Nitro") vorbereitet hat und warum er froh ist, bald mit dem Profi-Fußball aufzuhören, lesen Sie im großen Interview in der Donnerstagsausgabe (oder  digital abrufbar als e-Magazine)

Stephan von Nocks