Bundesliga

Podolski sucht das Gespräch

Bayern: Podolski spürt kein Vertrauen

Podolski sucht das Gespräch

Bayern-Angreifer Lukas Podolski

Rheinische Frohnatur - mal nachdenklich: Lukas Podolski ist unzufrieden. imago

Wie die anderen deutschen EM-Aktiven sowie der Türke Hamit Altintop wird der Bayern-Profi mit der Nummer 11 am Donnerstag, 17. Juli, an seinen Arbeitsplatz zurückkehren. Sein neuer Coach hat ihm vorab in aller Öffentlichkeit mitgeteilt, dass er Podolski zu nehmen wisse und es für den Offensivspieler mit dem Hammer im linken Fuß "absolut einen Platz im Bayern-Team" gebe - im von Podolski bervorzugten Sturm, nicht auf dem linken Flügel. Dennoch beurteilt der Spieler seine Lage in München weiterhin wenig hoffnungsfroh. "Wenn ich aus dem Urlaub zurückkomme", sagt Podolski dem kicker, "werde ich das Gespräch mit dem FC Bayern suchen."

Thematisieren will er bei dieser brisanten Unterredung die Vergangenheit und die Zukunft. Podolski war und ist über seine geringen Einsatzzeiten in den vergangenen zwei Spielzeiten nicht zufrieden (Bundesliga: 47 Spiele/9 Tore; DFB-Pokal: 7/2; Champions League: 7/1; UEFA-Pokal: 12/5).

Ganz besonders hat ihn nun aber irritiert, dass sich der FC Bayern um Mario Gomez (23) bemühte und weiterhin zu sofortigen Verhandlungen bereit wäre, falls dessen Klub VfB Stuttgart denn sprechen wollte. Podolski, so hieß es aus München offen, würde im Falle eines Gomez-Einkaufs vorzeitig aus dem bis 2010 gültigen Vertrag freigegeben. Interesse gibt es an dem besten deutschen EM-Torschützen (drei Treffer) von Juventus Turin, Manchester City sowie aus der Bundesliga vom 1. FC Köln und Werder Bremen. Dort sucht Sportdirektor Klaus Allofs einen Stürmer, dort könnte sich Podolski bei einer Spitzenmannschaft austoben und entwickeln, auch in der Champions League. Aber da ist noch seine große Liebe zum 1.FC Köln. In der Domstadt fühlt er sich sehr wohl, anders als in München, wo er sich isoliert und wo es ihm, unabhängig vom Gerede über Gomez, generell nicht gefällt.

Zudem - zweites wesentliches Hindernis für eine gedeihliche Zusammenarbeit - vermisst der 54-malige Nationalspieler beim FC Bayern das Vertrauen. Er möchte gebraucht und als unentbehrlich geschätzt werden. "Ich kenne seinen Wunsch", sagt Klinsmann, der eine seiner großen Aufgaben darin sieht, "mit jedem zu kommunizieren, wenn er nicht zum Zuge kommt". Zu Podolski hatte der Trainer noch keinen Kontakt, seit der Spieler vor drei Wochen bei der EM seine Lage laut beklagte. Am Donnerstag wird es dazu kommen. Klinsmann und die Münchner Macher werden auf einen Spieler treffen, dessen aktuelle Haltung nicht pro Bayern München ist.

Karlheinz Wild