Bundesliga

Podolski, der Schelm: "Dann spiele ich in der 2. Mannschaft"

Köln: Linksfuß verzaubert fußballerisch und verbal

Podolski, der Schelm: "Dann spiele ich in der 2. Mannschaft"

Galaauftritt gegen Freiburg: Der Kölner Lukas Podolski.

Galaauftritt gegen Freiburg: Der Kölner Lukas Podolski. Getty Images

Natürlich hängt das eine vom anderen ab - womit wir bei der Situation sind, die den Kölner Verantwortlichen den Schweiß auf die Stirn treibt. Denn wenn der Kölner Fanliebling noch mehrere Gala-Auftritte im FC-Trikot hinlegt, wie den am Samstagnachmittag gegen die Breisgauer, dann wird seine sportliche Zukunft wohl nicht mehr allzu lange in der Domstadt sein.

Podolski schoss bislang in den 15 Bundesliga-Partien dieser Saison schon 13 Treffer – genauso so viele wie in seiner bislang besten Spielzeit (2010/11). Köln und Podolski, das passt, weil sich der Linksfuß beim Verein seines Herzens voll entfalten kann, übertriebene taktische Zwänge oder das sich Einfügen in eine Mannschaft mit mehreren Führungsfiguren finden für den 26-Jährigen in Köln nicht statt. Die andere Frage ist, ob sich Podolski mit den finanziellen Mitteln und den daraus resultierenden sportlichen Möglichkeiten des FC mittelfristig identifizieren kann. Der nächsten Vertrag, den der Offensivmann unterschreibt, umfasst sein vermeintlich bestes Fußballalter. Da darf es auch schon mal regelmäßig das internationale Geschäft sein, und nicht nur dann, wenn der DFB den mittlerweile 95-maligen Nationalspieler ruft.

Dem Vernehmen nach soll der englische Spitzenklub FC Arsenal an Podolski interessiert sein, auch die Schalker äußerten sich vergangene Woche zweideutig zu dieser Personalie. "Wenn Lukas gehen sollte, kann er sicher zu einem besseren Verein gehen als zu Schalke", sagte FC-Trainer Stale Solbakken mit einem breiten Schmunzeln. Sportdirektor Finke geißelte das Vorpreschen der Gelsenkirchener ohne es so zu nennen als Wichtigtuerei. "Hauptsache, man ist im Gespräch", sagte er: "Wenn Heldt sagt, dass sie weder mit dem Verein noch mit dem Spieler Kontakt aufgenommen haben, zeigt das doch, um was für ein Interesse es geht."

Vielmehr setzt Finke den Kölner Vorzeigespieler in Sachen Vertrag sanft unter Druck, denn der Sportdirektor hatte am Samstag noch einmal versichert, "mit Lukas auf keinen Fall in die neue Saison zu gehen, ohne mit ihm zu verlängern". Bei Podolski selbst löst das keinerlei Nervosität aus, der Nationalspieler konterte schelmisch mit nur einem schwer vorstellbaren Szenario: "Dann muss ich eben in der 2. Mannschaft spielen oder setze mich auf die Tribüne", so Podolski.

Einen echten Vertragspoker werden beide Seiten wohl nur bedingt anstreben. "Lukas hat gesagt, dass er das erste Gespräch mit uns führen wird. Er hat ein Herz für den FC, und deshalb denke ich, dass wir ihn halten können", weiß Solbakken um den möglichen Aufhänger für die Gespräche mit dem Nationalspieler. "Natürlich liebe ich die FC-Fans. Das ist seit meinem ersten Jugendspiel so und wird immer so bleiben", meinte der Umworbene selbst, ohne über einen möglichen Einfluss auf seine Entscheidung zu sprechen. Als er nach dem Spiel gegen Freiburg gefragt werde, ob es sich lohne, wenn eine ganze Stadt um den Verbleib eines Spielers kämpft, sagte Podolski ganz mannschaftsdienlich, "dass es sich lohne, um jeden zu kämpfen".

"Er ist immer ein bisschen schlafmützig, man muss ihn immer motivieren."

Lukas Podolski über Christian Clemens

Zum Beispiel auch um Christian Clemens. Das in Köln geborene FC-Eigengewächs schnürte gegen die Freiburger wie Podolski auch einen Doppelpack. "Er ist immer ein bisschen schlafmützig, man muss ihn immer motivieren", sagte Podolski über seinen 20-jährigen "Ziehsohn" und ergänzte mit Blick auf dessen direkt verwandelten Eckstoß: "Ich habe ihm schon mal zu seinem ersten Tor des Monats gratuliert. Jetzt braucht er nur noch zehn, um mich einzuholen."

Solche Sätze kann ein Podolski nur in Köln sagen. Das wird er wissen, seine Zeit im Haifischbecken des FC Bayern liegt erst zwei Jahre zurück.