Bundesliga

Lukas Podolski kritisiert Vorstände des 1. FC Köln

Köln-Legende kritisiert vor allem die Vorstandschaft

Podolski: "Bierduschen und Party? Schon ein bisschen übertrieben"

Blick aus der Ferne: Lukas Podolski verfolgt das Geschehen beim 1. FC Köln weiter sehr genau.

Blick aus der Ferne: Lukas Podolski verfolgt das Geschehen beim 1. FC Köln weiter sehr genau. imago images (2)

Auch in der Türkei zitterte ein großer FC-Fan mit, als die Kölner im Relegationsrückspiel in Kiel antreten mussten. Podolski atmete nach den aus Kölner Sicht freudigen 90 Minuten auf. "Der erneute Abstieg hätte gravierende Auswirkungen gehabt, vor allem finanziell", wird der Weltmeister von 2014 im "Kölner Stadt-Anzeiger" (Samstag) zitiert: "Ich glaube nicht, dass sich der Verein davon so schnell erholt hätte." Ein nötiger Neuaufbau im Unterhaus wäre "ein sehr harter Kinnhaken für den Verein gewesen".

Die Erleichterung konnte Podolski nachfühlen, die Szenen nach Abpfiff aber irritierten ihn ein wenig. "Die Bilder von Bierduschen auf dem Spielfeld und der Party danach, das ist schon ein bisschen übertrieben gewesen." Der Anspruch müsse in Köln doch ein anderer sein.

Heldt? "Keine Spieler verpflichtet, die weiterhelfen konnten"

Nicht nur das Verhalten der Spieler beschäftigt Podolski in diesen Tagen. Angesprochen auf die Entlassung von Manager Horst Heldt erwidert der 36-Jährige: "Wenn man ehrlich ist, hat er in seiner Zeit nicht viel bewirken können. Es wurden unter ihm so gut wie keine Spieler verpflichtet, die der Mannschaft wirklich weiterhelfen konnten oder die einen höheren Transferwert gewonnen haben."

Es wirkt auf mich so, als säßen sie in einer Dunkelkammer und würden versuchen, den Verein von dort zu leiten.

Lukas Podolski

Näher geht Podolski noch auf den Vorstand am Geißbockheim ein, der so wirke, "als säßen sie in einer Dunkelkammer und würden versuchen, den Verein von dort zu leiten". Der Spaßvogel mit dem linken Hammer hätte sich von der Führungsetage mehr "positive Grundstimmung" und ein klares Statement pro Mannschaft im Abstiegskampf gewünscht.

Die Beobachtungen aus der Ferne besorgen Podolski durchaus: "Das FC-Gefühl, die geballte Power, die dieser Traditionsklub hat, ist leider verloren gegangen." Wenn man künftig nicht aufpasse, "kann es schnell mit Vollspeed bergab gehen". Ob er deswegen nach einem Amt im Verein strebt, um aktiv mitgestalten zu können? Noch nicht, sagt Podolski. "Stand heute will ich noch ein, zwei Jahre spielen."

msc

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