Bundesliga

Plötzlich Stammspieler und Top-Scorer: Felix Nmecha

Der Wolfsburger ist aus dem Schatten seines Bruders Lukas getreten

Plötzlich Stammspieler und Top-Scorer - Felix Nmecha: "Es ist krass"

In Wolfsburg durchgestartet: Felix Nmecha.

In Wolfsburg durchgestartet: Felix Nmecha. IMAGO/Eibner

Dass Niko Kovac wenig Rücksicht auf Namen und Ablösesummen nimmt, wenn er seine Wolfsburger Mannschaft ins Spiel schickt, das hat der Trainer bewiesen. Felix Nmecha ist dafür das beste Beispiel. Der 22-Jährige kostete den VfL im Sommer 2021 lediglich eine Ausbildungsentschädigung an Manchester City, wo Nmecha sämtliche Jugendteams durchlaufen hatte.

Der Wolfsburger Aufschwung der vergangenen Wochen steht dennoch eng im Zusammenhang mit dem Mitwirken des Mittelfeldmannes, der sich den Stammplatz von Neun-Millionen-Euro-Einkauf Mattias Svanberg ergatterte. Und aktuell sogar gemeinsam mit Bruder Lukas und Kapitän Maximilian Arnold die Wolfsburger Scorerliste mit fünf Punkten anführt.

Zwei Treffer, drei Vorlagen sind notiert - das soll noch nicht das Ende sein. "Es überrascht mich nicht", sagt Felix Nmecha gegenüber dem kicker über seine Ausbeute. "Ich hatte schwierige Zeiten und wusste, dass es besser wird, wenn ich meinen Glauben nicht verliere. Ich will so viele Scorerpunkte wie möglich erreichen, setze mir da keine Limits."

Mittlerweile habe ich das Gefühl, ein Bundesligaspieler zu sein.

Felix Nmecha

Schwierige Zeiten. Damit meint Nmecha die vergangene Saison, als ihm noch nicht der Durchbruch gelang, damit meint er diverse Verletzungen, die ihn zurückwarfen. Nun ist er fit und ein wichtiger Bestandteil der VfL-Mannschaft, die die vergangenen acht Spiele in der Liga nicht verloren hat. Fühlt er sich nun wie ein Bundesligaspieler? "Es ist krass, das jetzt zu sagen. Mittlerweile habe ich das Gefühl, einer zu sein."

War Felix in Wolfsburg anfangs häufig nur "der Bruder von Lukas", so ist der knapp zwei Jahre jüngere der Nmecha-Geschwister aus dem Schatten des Nationalspielers herausgetreten. "Es war klar", sagt Felix, "dass ich immer als sein Bruder angesehen werde, er war nun mal schon bekannter als ich. Es ist mir aber egal, was die Leute sagen, es stört mich nicht. Ich bin ich, Lukas ist Lukas. Wir sind Brüder und wir gönnen uns gegenseitig alles."

Auch gemeinsame Träume verbinden das VfL-Duo. Etwa der von einer Rückkehr zu ManCity ("Ich halte es nicht für komplett unrealistisch") oder das gemeinsame Auflaufen für die deutsche Nationalelf. "Es ist mein Ziel, wie Lukas mal in der A-Nationalmannschaft zu spielen", sagt Felix. "Mit ihm dort zusammen auf dem Platz zu stehen, das ist ein Traum."

Im kicker-Report (Montagsausgabe oder im eMagazine) "Aus dem Schatten" spricht Felix Nmecha über seine Wechsel zwischen dem englischen und dem deutschen Fußballverband, seine Erfahrungen unter ManCity-Trainer Pep Guardiola und die Einschätzung von VfL-Geschäftsführer Jörg Schmadtke, dass der 22-Jährige beim VfL erst mal "gegen die Wand laufen musste".

Thomas Hiete

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