Bundesliga

Pistolero, Robocop, Lewandowski, Hertha BSC: Wer ist Krzysztof Piatek?

Polnischer Stürmer kommt mit einem Torversprechen zu Hertha BSC

Pistolero, Robocop, Lewandowski: Wer ist Krzysztof Piatek?

CFC Genua, AC Milan, Hertha BSC: Krzysztof Piatek soll in der deutschen Hauptstadt Berlin auf Torejagd gehen.

CFC Genua, AC Milan, Hertha BSC: Krzysztof Piatek soll in der deutschen Hauptstadt Berlin auf Torejagd gehen. imago images

Eines ist sicher: Mit der Verpflichtung von Krzysztof Piatek würde sich Hertha BSC mit einem Spieler verstärken, der es versteht, Tore zu schießen und Treffer zu feiern. Obwohl auf den ersten Blick vier erfolgreiche Abschlüsse in 18 Serie-A-Spielen in dieser Saison für Milan, darunter auch noch drei Elfmeter, klar dagegen sprechen.

Vor seinem aktuellen Durchhänger, der die Mailänder auch dazu veranlasste, eher auf Ex-Frankfurter Ante Rebic, Talent Rafael Leao und natürlich Rückkehrer Zlatan Ibrahimovic zu setzen, lief es allerdings richtig rund für den Polen. Der heute 24-Jährige, der seine Treffer gerne mit zwei zu Revolvern geformten Hände feiert und deswegen "El Pistolero" genannt wird, traf zuvor für seinen Durchbruchs-Klub CFC Genua ganze 13-mal in 19 Ligaspielen genauso wie neunmal in 18 Partien nach seinem Wechsel zu Milan. Doch woher kommt dieser Piatek eigentlich? Was zeichnet den Stürmer aus, sodass man in Ligurien und später in der Lombardei so verzückt war?

Dzierzoniow, Genua, Mailand, Berlin

Krzysztof Piatek ist Stürmer.

Durchbruch beim CFC Genua, Tore und Durchhänger in Mailand: Kommt Krzysztof Piatek in Berlin zurück in die Spur? imago images

Seine bislang größten Schlagzeilen schrieb der Angreifer zu Beginn der Serie-A-Saison 2018/19, als er für den CFC Genua acht Treffer in sechs Spielen erzielte und damit zum damaligen Zeitpunkt zur absoluten Nummer 1 in Europas Top-Ligen aufstieg. Doch nicht nur das überzeugte Kritiker, allein auch seine Anlage überzeugt an seinen guten Tagen.

Der 1,83 Meter große Stürmer, der nach kicker-Informationen bis 2024 unterschrieben hat, erinnert mit seiner Präsenz im Strafraum an Bayern-Star Robert Lewandowski (1,85 Meter), mit dem er inzwischen zusammen in der polnischen Nationalmannschaft agiert. Piatek agiert handlungsschnell in der Box, behandelt den Ball sauber und sucht stets den Abschluss. Seine Trefferquote wird gar noch beeindruckender, wenn man ins Detail geht: Damals bei seiner phänomenalen Torserie Anfang 2018/19 benötigte der in Dzierzoniow in Niederschlesien und damit nahe der deutschen Grenze und auch nahe Berlin (etwas mehr als 300 Kilometer) geborene sowie schließlich von Cracovia Krakau nach Italien gewechselte Stürmer lediglich 14 Torschüsse.

CFC-Boss Enrico Preziosi konnte sein Glück damals kaum fassen. Dass sich die rund 4,5 Millionen Euro "billige" Verpflichtung so schnell so bezahlt machen würde, verwunderte auch den italienischen Unternehmer. "Wir wussten, dass er über herausragende Fähigkeiten verfügt, dass er ein Naturtalent ist", so Präsident Preziosi damals gegenüber italienischen Medien. "Aber ich müsste lügen, wenn ich sagen würde, dass ich das habe kommen sehen."

Tore von Piatek: "Dazu bin ich geboren"

Robert Lewandowski und Krzysztof Piatek spielen zusammen in der polnischen Nationalmannschaft.

Spielen zusammen in der polnischen Nationalmannschaft: Robert Lewandowski (links) und Krzysztof Piatek. imago images

Und Piatek selbst sagte in der Vergangenheit gegenüber der "Gazzetta dello Sport" schon Dinge wie: "Auf dem Platz denke ich ausschließlich darüber nach, wie sich der nächste Spielzug entwickeln könnte. Dann überlege ich, wo ich mich positionieren muss, um den Ball zu bekommen." Er habe schlicht "nur ein Ziel: Ich möchte in jedem Spiel ein Tor erzielen."

Die Qualitäten dazu sind in jedem Fall vorhanden, weswegen in der Zwischenzeit auch einmal Genuas damaliger Sportdirektor Giorgio Perinetti dem Weggang des Polen nachtrauerte: "Piatek ist für Großes bestimmt. Er ist darauf programmiert, ein großartiger Torjäger zu werden - wenn er es nicht schon ist. Gattuso (Milans damaliger Trainer, inzwischen in Neapel tätig; Anm.d.Red.) hat Piatek mit Robocop verglichen - und das macht Sinn. Denn er wirkt ein bisschen roboterhaft, fühlt keine Anspannung oder Angst. Er ist genau darauf abgestimmt, ein Torjäger zu sein - und ist bereit für den ganz großen Wurf. Er ist ein Vollstrecker, dazu technisch stark - und erst 23 Jahre alt." Inzwischen sind es 24 Jährchen und somit bei verletzungsfreier Karriere noch Jahre voller Möglichkeiten.

Piatek (fünf Tore in zehn Länderspielen für Polen und 16 Treffer in 41 Pflichtspielen für Milan), der seine damalige CFC-Serie sogar auf neun Treffer in den ersten sieben Einsätzen ausbaute und nach seinem 35- Millionen-Winterwechsel zu den Rossoneri fünfmal in fünf Partien traf, sei schlicht für Tore auf die Welt gekommen. Gegenüber "Milan TV" hieß es damals vom Mann, der auch mit Tottenham Hotspur, Chelsea und Manchester United in Verbindung gebracht wurde: "Dazu bin ich geboren. Und zu feiern wie ein Revolverheld ist einfach meine Art. Das kommt ganz natürlich." Schon bald auch in der Bundesliga?

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mag