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Pinto sorgt sich um Robben

Costa Rica: Ticos haben zwei Wissende

Pinto sorgt sich um Robben

Hat den Fußball seines Teams und von den Niederlanden im Blick: Trainer Jorge Luis Pinto.

Hat den Fußball seines Teams und von den Niederlanden im Blick: Trainer Jorge Luis Pinto. Getty Images

Der ehemalige Coach der Münchner ergänzte seine Aussage noch: "Man muss sich doch nur einmal anschauen, gegen wen sich Costa Rica durchgesetzt hat." Das waren in der als "Todesgruppe" bezeichneten Staffel D England, Italien und Uruguay, die allesamt auf der Strecke blieben. Im Achtelfinale folgte dann das 5:3 im Elfmeterschießen gegen Griechenland, den Europameister von 2004.

Auf eben diesen Erfolgen, die auf der meistens felsenfesten Defensive um Torhüter Keylor Navas (kicker-Notenschnitt: 1,88) fußen, will Trainer Jorge Luis Pinto noch ein Stockwerk des Triumphes aufbauen - gerade mit Hinblick auf seine Verteidigung: "Gegen die Niederlande müssen wir beweisen, dass wir wirklich über die beste Abwehr des Turniers verfügen." Aufs eigene Selbstvertrauen kam auf der Pressekonferenz dann noch einmal Innenverteidiger Giancarlo Gonzalez zu sprechen, der gegen Oranje auf seinen etatmäßigen Partner Oscar Duarte (Gelb-Rot) verzichten muss: "Wir haben die Todesgruppe überlebt, jetzt sind wir hier und wollen auch das nächste Spiel gewinnen." Dem verständlicherweise von Grund auf positiven Reigen schloss sich auch der Mainzer Junior Diaz an: "Wir sind hier nach Brasilien gekommen, um für eine Überraschung zu sorgen. Wir träumen natürlich vom Halbfinale."

Weltmeisterschaft - Tabelle - Gruppe D
Pl. Verein Punkte
1
Costa Rica Costa Rica
7
2
Uruguay Uruguay
6
3
Italien Italien
3
Trainersteckbrief Pinto
Pinto

Pinto Jorge Luis

Spielersteckbrief Ruiz
Ruiz

Ruiz Bryan

Spielersteckbrief Gonzalez
Gonzalez

Gonzalez Giancarlo

Spielersteckbrief O. Duarte
O. Duarte

Duarte Oscar

Pinto mag keine Schwalben

Diaz wird übrigens wohl die Rolle des "Vernichters" bekommen, soll mit seiner Arbeit die Offensivmaschinerie der Elftal hemmen. Kurz: Der 30-Jährige soll Arjen Robben stoppen. Natürlich liefert auch Sturmspitze Robin van Persie bislang ein starkes Turnier ab (drei Tore), wie zuletzt auch Ersatzmann Klaas-Jan Huntelaar (ein Treffer, eine Vorlage), doch der Schlüssel zum Erfolg ist klar der flinke Linksfuß der Bayern. Das bestätigt auch die Meinung von Trainer Pinto über den 30-Jährigen, der aktuell drei Treffer und zwei Assists verbucht (kicker-Notenschnitt: 1,75): "Arjen Robben ist in der Form seines Lebens. So wie er im Moment spielt, ist er für Verteidiger ein Albtraum."

Arjen Robben

Ihn hat Costa Ricas Trainer Jorge Luis Pinto genau im Blick: Arjen Robben. Getty Images

Der Übungsleiter der Ticos hegt darüber hinaus jedoch noch andere Gedanken über Robben - und zwar negative, vor denen er im Vorfeld der Partie eindringlich warnte: "Er ist einer der drei, vier besten Spieler der Welt, aber wir sind sehr besorgt wegen seiner Schwalben." Im Achtelfinale gegen Mexiko (2:1 für die Niederlande) war der Flügelstürmer kurz vor Ablauf der regulären Spielzeit minimal von Gegenspieler Rafael Marquez getroffen worden. Der Strafstoß war berechtigt, doch Robben hob etwas überbordend ab, es folgte der Pfiff und Huntelaars Elfmetertor ins Glück. Um so etwas zu vermeiden, nimmt Pinto die Offiziellen in die Pflicht: "Ich bitte die FIFA und den Schiedsrichter, sehr vorsichtig zu sein und genau hinzuschauen." Ein Szenario malte sich der 61-Jährige auch schon aus: "Vielleicht muss er das Feld verlassen, weil er zwei Gelbe Karten wegen Schwalben bekommt. Das kann passieren."

Pinto verfügt über bestes Wissen

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Obwohl Costa Rica noch kein Länderspiel gegen die Niederlande bestritten hat, verfügt ihr Übungsleiter über bestes Wissen über den dort präferierten Fußball. Einerseits liegt das am eigenen Star Bryan Ruiz (zwei Tore in vier Spielen), der von Sommer 2009 bis 2011 beim niederländischen Erstligisten FC Twente Enschede kickte, andererseits am Trainer selbst. Pinto nämlich lebte einst in der Domstadt Köln, als beim hiesigen FC Kultcoach Rinus Michels, 1999 zum FIFA-Trainer des Jahrhunderts gekürt und "Erfinder" des geliebten "Voetbal Total", unter Vertrag stand (1980 bis 1983). "In den Jahren während meines Studiums verbrachte ich meine Zeit oft damit, Michels beim Training zuzuschauen und mit ihm über Fußball zu sprechen", verriet Pinto. "Immer, wenn ich keinen Unterricht hatte, bin ich zum FC gefahren und habe der Mannschaft zugeschaut. Ich habe viele Dinge gesehen und viel dabei gelernt." Ob das genug ist, um gegen die aktuelle Auswahl zu bestehen, wird sich am Abend zeigen.