Int. Fußball

Nach über 30 Jahren wieder Stehplätze in englischen Stadien

Testphase läuft ab 1. Januar 2022 bis Saisonende

Pilotprojekt: Nach über 25 Jahren wieder Stehplätze in englischen Stadien

Zurück zu den Stehplätzen? Eine "Safe standing"-Tribüne an der Stamford Bridge.

Zurück zu den Stehplätzen? Eine "Safe standing"-Tribüne an der Stamford Bridge. imago images/Shutterstock

Ab dem 1. Januar 2022 dürfen die englischen Premier-League- sowie Championship-Klubs wieder eine begrenzte Anzahl an Stehplätzen im Stadion anbieten. Dieser Schritt ist Teil eines Pilotprojekts, wie die Sports Grounds Safety Authority (SGSA) am Mittwoch bekanntgab. 

Voraussetzung ist, dass Zuschauer weiterhin die Möglichkeit haben, sich im Stehplatzbereich zu setzen. Somit werden Klappsitze benötigt, außerdem dürfen die Plätze nicht die Sicht anderer Fans, etwa im Rollstuhl sitzender, einschränken. Bewerben können sich die Vereine bis zum 6. Oktober - die Lizenz, sofern erteilt, gilt für einen festgelegten Bereich sowie zunächst nur bis zum Saisonende.

"Wir wollen mit Fans und Vereinen zusammenarbeiten und für sichere Stehplätze sorgen", sagte der britische Sportminister Nigel Huddlestone. Die Sports Ground Safety Authority (SGSA) werde das Projekt begleiten und ergebnisoffen bewerten.

In der Fanszene wurde der Plan begrüßt. "Damit könnte unsere Kampagne für sichere Stehplätze in den Stadien nach mehr als 30 Jahren zu Ende gehen. Es ist eine lange Tradition, dass Fans zwischen Sitz- und Stehplätzen auswählen können. Auch die Atmosphäre wird sich verbessern", hieß es in einer offiziellen Erklärung der Football Supporters' Association (FSA).

Infolge der Hillsborough-Katastrophe von 1989 sind Stehplätze in britischen Stadien seit 1994 verboten. Über eine Wiedereinführung wird bereits seit Jahren diskutiert. Vor allem bei den Hinterbliebenen-Verbänden sind die Bedenken groß.

kon/dpa/sid

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