Bundesliga

Amos Pieper und die Doppelrolle bei Arminia Bielefeld

Zweikampfmonster und Fehlerteufel zugleich

Piepers Doppelrolle bei Arminia Bielefeld

Bleibt Amos Pieper über den Sommer hinaus in Bielefeld?

Bleibt Amos Pieper über den Sommer hinaus in Bielefeld? imago images/HMB-Media

Am vergangenen Samstag war es wieder so weit. Schon wieder. In der 69. Minute unterschätzte Amos Pieper das Gespür seines Ex-U-21-Teamkollegen Jonathan Burkardt, als er einen eigentlich sicheren Ball zu seinem Torhüter Stefan Ortega Moreno zurückpassen wollte. Burkardt ergatterte die Kugel - und vollendete zum aus Bielefelder Sicht bitteren 1:2-Endstand für den FSV Mainz 05.

Nicht der erste Fauxpas Piepers in dieser Saison. Erst eine Woche zuvor hatte Arminias Innenverteidiger einen hohen Ball äußerst unglücklich genau vor die Füße des anschließenden Dortmunder Torschützen Mats Hummels geklärt - dessen Treffer zum 0:2 für den BVB unmittelbar vor der Pause zog auf Bielefelder Seite den Stecker, Endstand 1:3. Und auch in der Partie davor beim 1:1 in Augsburg trat ausgerechnet Pieper als Fehlerteufel in Erscheinung, als er nach einer Ecke den Einsatz gegen den FCA-Kopfballtorschützen Reece Oxford verpasste.

EM, Olympia, Vertrag: Bekommt Pieper eine Pause?

Vorwürfe mag dem 23-Jährigen, der in Bielefeld eines der Gesichter des Aufschwungs in den vergangenen Jahren ist, trotz seiner wackeligen Auftritte keiner wirklich machen. "Fußball ist ein Fehlerspiel. Niemand wird an den Pranger gestellt", hielt Trainer Frank Kramer unmittelbar nach dem Mainz-Spiel fest, und weiter: "Amos ist ein intelligenter Mensch, der aus seinen Fehlern lernt." Der allerdings zuletzt auch phasenweise ausgepowert und überspielt wirkte. Kein Wunder, absolvierte Pieper doch als Newcomer in seiner ersten Bundesligasaison 2020/21 als unangefochtener Stammspieler satte 30 Spiele für Arminia, stellte sich zudem bei der U-21-Europameisterschaft und beim Olympischen Fußballturnier in diesem Sommer in den Dienst des DFB.

Trotz zwischenzeitlicher Erholungspausen hat es den Anschein, dass der ambitionierte Blondschopf derzeit einfach nicht aus dem Vollen schöpfen kann. Eine Auszeit schon an diesem Wochenende, wenn Arminia beim VfB Stuttgart gastiert, hat offenbar auch Trainer Kramer auf dem Schirm, wenn er ankündigt: "Wir müssen sehen, wie er in dieser Woche damit umgeht. Gucken wir mal, wie es weitergeht." Dass unterdessen auch die nach wie vor ungeklärte Vertragssituation in Bielefeld (Kontrakt läuft aus) den Spieler im Kopf belasten könnte, ist für manche Beobachter eine weitere Vermutung. Zielführende Gespräche stehen bislang aus.

In einer Statistik wird Pieper nur von Mavropanos übertrumpft

Pieper ist als besonnener, abgeklärter Mensch bekannt, der unaufgeregt und sachlich mit der eigenen Situation umgeht. Gleichwohl kommt die bald anstehende Länderspielpause sicher nicht ungelegen, um zu regenerieren und Dinge gedanklich zu ordnen.

Aktuell nimmt Pieper eine echte Doppelrolle ein. Durchaus auch mit positivem Touch, wie die Statistik verrät: Hinter dem Stuttgarter Konstantinos Mavropanos (74 Prozent) ist der Bielefelder Abwehrmann derzeit derjenige Spieler in der Bundesliga, der die meisten seiner direkten Duelle gewinnt. 73,8 Prozent davon endeten bislang erfolgreich für den gebürtigen Lüdinghausener, der damit auch zu einem echten Zweikampfmonster in der Bundesliga mutiert.

Michael Richter

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