Bundesliga

Pieper zwischen Olympia und Bielefeld: "Haut mich nicht um"

Pieper zwischen Olympia und Arminia: "So etwas haut mich nicht um"

Bitterer Moment trotz eines Riesenerlebnisses: Amos Pieper sieht bei Olympia die Rote Karte.

Bitterer Moment trotz eines Riesenerlebnisses: Amos Pieper sieht bei Olympia die Rote Karte. imago images/Sven Simon

Durchweg mit offenen Armen wurde Amos Pieper in Bielefeld willkommen geheißen. Erst von seinen Kollegen, dann, nur wenige Stunden nach der Rückkehr vom deutschen Olympia-Team, auch von den Fans im Stadion beim 1:1 im Testspiel am Samstag. "Ich wusste, dass es so sein wird, selbstverständlich ist es aber nicht", würdigte Arminias Verteidiger den herzlichen Empfang. "Es hat mich extrem gefreut. Ich bin jetzt seit anderthalb Tagen wieder da. Es fühlt sich alles schon wieder normal an, auf dem Platz und neben dem Platz. Es ist schön, wieder hier zu sein."

Ich bin jetzt seit anderthalb Tagen wieder da. Es fühlt sich alles schon wieder normal an, auf dem Platz und neben dem Platz. Es ist schön, wieder hier zu sein."

Amos Pieper

Riesenerlebnis und eine Analyse auf den Punkt

Zwischen Tokio und Twente erlebte der 23-Jährige die vielleicht ungewöhnlichste Woche seiner Karriere. "Es war klar, dass alles mit Aufwand verbunden ist. Ich habe mich dazu entschieden, dieses Riesenerlebnis mitzunehmen", blickte Pieper noch einmal auf die Spiele in Japan und die große Enttäuschung mit dem deutschen Team zurück. "Wir haben uns natürlich etwas anderes vorgenommen, aber es ist gekommen, wie es gekommen ist. Es hat am Ende einfach nicht gereicht, Punkt."

Was bleibt ihm vom Abenteuer unter den fünf Ringen? "Viele kurze, wahnsinnig schöne olympische Momente. Sportlich war es ziemlich unerfolgreich, es ist ziemlich bitter gelaufen." Gegen Brasilien (2:4) sei das gesamte Team nicht gut drauf gewesen, gegen Saudi Arabien (3:2) dann ganz gut, ehe ihm das Missgeschick mit der Roten Karte unterlaufen sei. "Das ist dann extrem unglücklich. Natürlich hinterfrage ich viel, habe es analysiert. Ich bin nicht mehr der allerjüngste Spieler, aber lerne immer noch daraus und hake es ab. So etwas haut mich nicht um."

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Stattdessen meldete sich Pieper, der in diesem Sommer zuvor auch mit der U-21-Nationalmannschaft Europameister geworden war, sofort hoch motiviert in Bielefeld zum Dienst. "Ich war im Austausch mit dem Trainerteam. Am Freitag hatte ich im Kopf ein paar Prozent noch nicht parat, körperlich habe ich mich gut gefühlt. Dann habe ich gut geschlafen und mich gut erholt und wir haben darüber geredet, dass ich eine Halbzeit spiele."

So kam es schließlich am Samstag. "Es war naheliegend, dass man ihn gleich einen Rhythmus aufnehmen lässt", begründete Trainer Frank Kramer, "und Amos ist schon auch ein wichtiger Spieler für uns." Auch im Gesamtgefüge der Bielefelder. Mit denen sei er von Asien aus so gut es geht im Kontakt geblieben. "Ich habe gehört, dass die Jungs sehr intensiv gearbeitet haben. Aber für unser Spiel und das, was wir vorhaben, ist das die Basis."

In Abwesenheit in den Mannschaftsrat gewählt

In seiner Abwesenheit wählten ihn die Kollegen neben den beiden Spielführern Manuel Prietl und Fabian Klos sowie Stefan Ortega Moreno und Cedric Brunner in den Mannschaftsrat. "Einige haben sogar geschrieben: Ich habe gar nicht daran gedacht, dass ich dich auch wählen kann!", verrät Pieper, der aber mit seinem Amt vollauf einverstanden ist: " Es ist alles okay, ich bin im Mannschaftsrat, wir haben zwei super Kapitäne. Ich denke, wir fünf in dieser Zusammenstellung - das passt schon ganz gut, als Köpfe der Mannschaft."

Verlängert Pieper über 2022 hinaus?

Worte, die von hoher Identifikation mit seiner Rolle bei Arminia zeugen. Und die andeuten, dass es Pieper (noch) nicht wegzieht aus Bielefeld. Diverse Gerüchte über einen möglicherweise direkt bevorstehenden Wechsel hatte es in jüngerer Vergangenheit gegeben - für den Spieler selbst scheinen sie eher nicht von Substanz. Durchaus möglich dagegen, dass es dann, wenn es demnächst wieder etwas ruhiger wird, sogar zu ersten Gesprächen über eine Verlängerung des 2022 auslaufenden Vertrages kommt.

Michael Richter