Bundesliga

Pieper fiebert Saisonstart mit Arminia Bielefeld entgegen

Nach stressigem Sommer mit U-21-EM und Olympia

Pieper: "Jetzt sehne ich mich wieder nach einem normalen Ablauf"

Bestritt während der Sommerpause zwei Turniere mit dem DFB: Amos Pieper.

Bestritt während der Sommerpause zwei Turniere mit dem DFB: Amos Pieper. imago images/Noah Wedel

Die negativen sportlichen Erlebnisse verfolgen ihn nicht, aber Amos Pieper selbst verfolgt Olympia in diesen Tagen sehr wohl noch. "Ich gucke immer mal wieder, wenn es gerade passt, und schaue, wann irgendwo Entscheidungen anstehen. Spannend zu sehen, wenn man selbst Teil davon war und mit dem einen oder anderen Sportler vor Ort gequatscht hat", erzählt der Bielefelder Verteidiger in dieser Woche im neuen "Arminia-Podcast" seines Klubs. So habe er etwa hautnah erlebt, wie sich der spätere Goldmedaillengewinner Alexander Zverev auf seine Auftritte vorbereitet habe.

Von den Hockey-Frauen ist Pieper beeindruckt

Kontakt gab es auch zum Hockey-Nationalteam der Frauen. "Schade, dass sie im Viertelfinale ausgeschieden sind, obwohl sie bisher ein gutes Turnier gespielt haben." Den Kolleginnen aus dem Team Deutschland gilt der größte Respekt des 23-Jährigen. "Im Fußball ist es eher unüblich, wenn man noch etwas nebenher macht. Da ist man als Profi eher Exot. Bei ihnen ist es eher umgekehrt. Sie können in den meisten Fällen nicht davon leben, komplett nur Hockey zu spielen. Sie verzichten auf so viel - und müssen trotzdem noch etwas nebenher machen. Es lässt einen auch ein bisschen demütig werden."

Zurück in Bielefeld ist Pieper, der zuvor in diesem Sommer auch mit den DFB-Junioren U-21-Europameister geworden war, schon wieder im "Saisonstart-Modus". Nach seinem 45-minütigen Härtetest am vorigen Samstag gegen den FC Twente (1:1) dürfte er auch am Samstag im DFB-Pokal-Erstrundenspiel bei der SpVgg Bayreuth direkt in der Startelf der Ostwestfalen stehen. "Amos ist ein wichtiger Spieler für uns", ließ Trainer Frank Kramer dies bereits durchblicken.

Nachholbedarf in Bielefeld? "Würde mich als Spieler beschreiben, der relativ schnell lernt"

Frisch genug, nach dem turbulenten Sommer in der anstehenden Saison seinen Mann zu stehen, fühlt Pieper sich absolut. "Im Urlaub vor Olympia habe ich schon gemerkt, wie anstrengend alles war. Da habe ich mal zehn, elf Stunden am Stück geschlafen oder gedöst, die Batterie wieder aufgeladen. Aktuell ist es eher so, dass ich mich danach sehne, dass es wieder einen normalen Ablauf gibt."

In Bielefeld sei er schon nach überstandenem Jetlag und den ersten Tagen mit dem Kader wieder mittendrin gewesen. Mit den Mitspielern habe er sich intensiv ausgetauscht. "Ich habe mich gefühlt, als wäre ich nie weg gewesen", so Pieper, der keinen Rückstand befürchtet, obwohl Trainer Kramer in seiner Abwesenheit mit der Mannschaft vor allem taktisch an einigen Neuerungen, zum Beispiel auch an der Dreierkette, arbeitete. "Klar wird da auf mich vielleicht noch etwas mehr zukommen, aber ich würde mich als Spieler beschreiben, der relativ schnell lernt und solche Sachen schnell versteht." Außerdem habe er ja den ganzen Sommer über in verschiedenen Systemen und Situationen mit verschiedenen Nebenleuten gespielt. "Das wird mich auf Dauer sicher weiterbringen."

Piepers Zukunft: "Entscheidend ist, wie es sportlich für mich persönlich, aber auch für Arminia läuft"

Und wie wird es mit Arminia weitergehen? "Die Emotion, die einen durch die Saison trägt, ist im vergangenen Jahr durch die fehlenden Fans etwas verlorengegangen. So war es eine Motivation, ihnen mindestens noch ein zweites Jahr zu schenken. Ich hoffe, dass das auch so möglich wird. Dadurch wird für uns die Motivation von außen noch einmal größer." Die Ziele seien unterdessen die gleichen geblieben. "Wir wollen die Klasse halten. Ich bin ein Freund davon, wenn sich alles etwas weiterentwickelt, sprich: dass wir es vielleicht ein paar Spieltage früher hinkriegen." Ein Selbstläufer sei das freilich nicht. "Ich persönlich will noch ein bisschen konstanter werden, vielleicht kriegen wir noch einmal weniger Gegentore - das wäre gut."

Über seinen Vertrag bei Arminia, der nach dieser Saison im Juni 2022 ausläuft, will Pieper sich zu gegebener Zeit Gedanken machen. "Bielefeld passt zu mir, ich passe zu Bielefeld", hält er fest und bleibt gelassen. "Entscheidend ist, wie es sportlich in diesem Jahr für mich persönlich, aber auch für Arminia läuft. Irgendwann werde ich dann in Ruhe entscheiden, wie es weitergeht. Dieser Tag ist noch nicht gekommen. Alles hat noch ein bisschen Zeit."

Michael Richter

Die Bundesliga-Trikots für die Saison 2021/22