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PES 2018: Bundesliga nicht spielentscheidend

Die problematische Bundesliga-Lizenz

PES 2018: Bundesliga nicht spielentscheidend

Nach vorheriger Euphorie schlägt Konami nun verhaltene Töne beim Thema Lizenzen an.

Nach vorheriger Euphorie schlägt Konami nun verhaltene Töne beim Thema Lizenzen an. kicker eSport

Konami muss seit einigen Jahren erfahren, wie problematisch es für den Massenmarkt ist, wenn die Spieler nicht mit Bayern München oder dem HSV auflaufen können. Wer eine Fußballsimulation auf Freizeitniveau spielt, möchte seinen Lieblingsverein dabeihaben. "Natürlich wären mehr Lizenzen großartig. Und wir sind leidenschaftlich dabei mehr davon zu bekommen", sagt Kei Masuda, Assistant Producer für PES 2018.

Aktuell läuft der Ausschreibungsprozess für die Lizenzen der Bundesligen in Deutschland und auch Konami ist noch im Rennen. "Ich kann nichts dazu sagen", erklärt Adam Bhatti, Global Product- und Brandmanager der Fußballsimulation, "Aber ich sehe das nur als eine von vielen Herausforderungen, denen sich PES stellt." Die Bundesligalizenz sei entsprechend nicht der Faktor, der alles verändern würde. "Wenn wir die Lizenz bekommen, würde das nicht bedeuten: 'Gut, jetzt alle zurücklehnen und entspannen.' Wir hätten immer noch eine Menge Arbeit vor uns." Schließlich wären dann noch immer viele andere Ligen der Welt nicht im Portfolio.

Partnerschaften sind mehr wert als Lizenzen

"Ich glaube, dass die Partnerschafts-Sache spielentscheidend sein könnte", ergänzt Masuda, "Es ist ein etwas anderer Ansatz, mit dem Lizenzproblem umzugehen." PES kooperiert mit großen Fußballvereinen wie Borussia Dortmund und erwirbt die Rechte direkt von den Klubs. "Es wird immer Lizenzen geben, die wir haben wollen, aber wir möchten, dass es nicht nur ein Recht bleibt, sondern eine Partnerschaft wird."

Laut den Entwicklern führt das in PES 2018 zu noch realistischeren Wiedergaben der Stadien und Spielern, da im Rahmen der Kooperation mehr Zeit und Freiheit für Capturing-Sessions war und Gespräche mit den Vereinen stattfinden konnten. "Spielt mal den Signal Iduna Park am Tag!", ruft Adam Bhatti bei der Pressekonferenz und schwärmt dann von den realistischen Lichtverhältnissen, die sonst kein anderer hätte. So etwas sei nur über Partnerschaften möglich. Bhatti ist überzeugt von seinem Spiel und gibt sich kämpferisch: "PES hatte die Bundesligalizenz noch nie – Wenn wir sie bekämen, würde es unsere Welt verändern. Wenn nicht, machen wir einfach weiter, so wie wir es seit 20 Jahren tun."

Holm Kräusche

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