Bundesliga

Peintingers heikle Aufgabe: "Wir sind uns der Lage bewusst"

Hütters Stellvertreter muss die Borussia auf Kurs bringen

Peintingers heikle Aufgabe: "Wir sind uns der Lage bewusst"

Gladbachs Co-Trainer Christian Peintinger wird am Samstagabend an der Seitenlinie stehen.

Gladbachs Co-Trainer Christian Peintinger wird am Samstagabend an der Seitenlinie stehen. IMAGO/jdp

Der Manager war deutlich: "Wir haben einen Plan A und den verfolgen wir", stellte Roland Virkus auf der Pressekonferenz vor dem Spiel von Borussia Mönchengladbach gegen Hertha BSC am Samstagabend (Anpfiff 18.30 Uhr, LIVE! bei kicker) klar. Eine klare Botschaft, dass ein Trainerwechsel derzeit kein Thema ist, doch während der 90 Minuten am Wochenende springt dann doch jemand anders ein: Assistent Christian Peintinger muss den mit dem Coronavirus infizierten Fohlen-Cheftrainer Hütter an der Seitenlinie vertreten.

Peintinger ist sich der heiklen Aufgabe bewusst. "Es ist ein besonderes Erlebnis", sagt der 54-Jährige und stellt klar: "Es geht darum, was wir sportlich abliefern - und nicht darum, was nach dem Spiel sein wird." Bleibt ein Sieg aus, wird sich Virkus sehr wohl mit "Plan B" beschäftigen müssen. Unvorstellbar, dass der Gladbacher Sportdirektor angesichts von Rang 13 und nur vier Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz noch keine Gedanken über Folgen eines weiteren Absturzes gemacht hat. Denn auf Platz 16 steht ja Hertha und die Berliner könnten mit einem Sieg in Mönchengladbach auf einen Punkt an die Borussia heranrücken.

Ich denke schon, dass ich sehr emotional dabei sein werde.

Christian Peintinger

"Ich denke schon, dass ich sehr emotional dabei sein werde", sagt Peintinger deswegen. Ihn spornt auch die Verbundenheit zu Chef Hütter an, der machtlos zusehen muss, was seine Mannschaft am Samstagabend liefert. Denn Peintinger und der zweite Co-Trainer Armin Reutershahn werden während des Spiels nicht mit ihrem Chef in Verbindung stehen. Aber natürlich werde "alles in Absprache mit Adi" vorbereitet.

Denn Peintinger ist seit 20 Jahren gut mit Hütter befreundet und seit September 2015 auch Teil seines Trainerteams. Erstmals arbeiteten beide bei Young Boys Bern in der Schweiz zusammen, wo das Duo 2017/18 den Meistertitel holte. "Von der Idee her wollten wir offensiven Fußball mit hohem Anlaufen spielen", sagt Peintinger. Ein "spektakuläres Spiel" soll es sein, doch das gelang der Elf vom Niederrhein zuletzt nur unregelmäßig. Im Borussia-Park werden die beiden schwächsten Abwehrreihen der Rückrunde aufeinandertreffen: Gladbach kassierte 2022 schon 19 Gegentore, Hertha sogar 23. Er habe im Training natürlich "auf die Defensive Wert gelegt, aber wir dürfen unsere Stärken nicht vergessen. Und das ist auch die Offensive", betont Peintinger. Da macht der Ausfall Jonas Hofmanns die Sache nicht gerade leichter.

Eine destruktive Grüppchenbildung - wie zuletzt beispielsweise von Mittelfeldspieler Christoph Kramer angesprochen - können übrigens weder Peintinger noch Virkus erkennen. "Natürlich gibt es Gruppen, aber die arbeiten ja nicht gegeneinander", betont der Borussia-Manager. Das sei entscheidend und das könne er auch nicht erkennen. Auch eine Krisensitzung habe es nicht gegeben, lediglich habe man Kramer gebeten, solche Worte zukünftig intern zu sprechen. "Aber damit ist es abgehakt", sagt Virkus.

Jim Decker

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