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Pappschild löst Kettenreaktion aus: Sütterlin erwischt es übel

Zahlreiche Fahrer nach schweren Massenstürzen gezeichnet

Pappschild löst Kettenreaktion aus: Sütterlin erwischt es übel

Chaos nach dem Massensturz bei der Auftaktetappe der Tour de France.

Chaos nach dem Massensturz bei der Auftaktetappe der Tour de France. imago images

Die meistdiskutierte Szene am Samstag: Rund 45 Kilometer vor dem Ziel war ein weiblicher Fan mit dem Rücken zum heranrasenden Feld auf die Straße getreten und hatte ein Schild mit der Aufschrift "Allez Omi/Opi" in die Motorrad-Kamera gehalten. Martin an der Spitze des Peloton knallte aus voller Fahrt in das Plakat, was einen Massensturz von einem guten Drittel aller Fahrer auslöste. "Ich habe gesehen, wie sie mit der Kamera mitgegangen ist. Für mich war kein Platz und keine Reaktionszeit mehr da", sagte Martin nach der Etappe. "Dann bin ich reingefahren. Schade, das ist sehr unnötig. Ich bin aber froh, dass Primoz auf Platz drei gefahren ist. Ich glaube, es sind bei mir mehr Prellungen. Ich denke, ich werde weiterfahren."

Sütterlin muss aufgeben - Martin kämpft sich blutend ins Ziel

Die Frau blieb offenbar unverletzt, andere erwischte es schlimmer. Zahlreiche Fahrer erlitten Blessuren, der Freiburger DSM-Profi Jasha Sütterlin musste gar aufgeben. Martin fuhr kopfschüttelnd mit blutenden Wunden dem Feld hinterher, der 36 Jahre alte Edelhelfer von Mitfavorit Roglic hatte dabei sogar noch Glück: Als er mit dem Kopf auf den Asphalt knallte und ihn danach andere Fahrer erwischten, rettete Martin sein Helm.

"Das war ein sehr unglücklicher Sturz, zum Glück ist unseren Fahrern nichts Dramatisches passiert", sagte Bora-hansgrohes Sportlicher Leiter Enrico Poitschke, aus dessen Rennstall unter anderem Nils Politt in den Crash involviert war.

Zweiter Crash erwischt Froome

Ein weiterer übler Massencrash keine zehn Kilometer vor dem Ziel sprengte das Peloton dann endgültig. Bei rasender Fahrt war im Vorderfeld ein Fahrer zu Fall gekommen und hatte erneut eine Kettenreaktion ausgelöst. Zahlreiche Profis flogen spektakulär ab, der viermalige Tour-Sieger Froome, der nach einem fürchterlichen Unfall 2019 sein Comeback bei der Großen Schleife feierte, wurde unter großen Schmerzen behandelt. Auch André Greipel war beim zweiten Massensturz mittendrin.

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sid/dpa/tru

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