Tennis

French Open: Ein "Cze" und ein harter Kampf für Swiatek

Märchenhafter Siegeszug der Italienerin mit polnischen Wurzeln

Paolini vor ihrem ersten Grand-Slam-Finale: Ein "Czesc" für Swiatek

Erstmals in einem Grand-Slam-Finale: Jasmine Paolini.

Erstmals in einem Grand-Slam-Finale: Jasmine Paolini. picture alliance/dpa/MAXPPP

Bei der Begrüßung am Netz wird im Frauen-Finale der French Open an diesem Samstag (15 Uhr) polnisch gesprochen. Die italienische Grand-Slam-Finaldebütantin Jasmine Paolini hat polnische Wurzeln und spricht ein wenig die Sprache ihrer großen Kontrahentin, Polens Tennisstar Iga Swiatek. Sie werde kurz vor dem ersten Aufschlag "Cze??" (Hallo) zu ihr sagen, verriet die Paolini.

Sie versuche generell mit Swiatek polnisch zu reden, "aber es ist nicht einfach. Ich bin ein bisschen schüchtern, weil ich mich nicht wirklich sicher fühle", sagte die 28-Jährige, deren Mutter halb polnischer, halb ghanaischer Abstammung ist: "Aber wenn ich sie sehe, gratuliere ich ihr natürlich zu dem Titel."

Achtelfinale war bislang das Maximum

Am Samstag soll es - wenn es nach Paolini geht - aber nicht dazu kommen. Doch die Chancen der Außenseiterin sind nur gering, zu dominant tritt die Weltranglistenerste Swiatek seit ihrem Zweitrunden-Krimi gegen die Japanerin Naomi Osaka, bei dem sie einen Matchball gegen sich abgewehrt hat, auf.

"Iga ist eine unglaubliche Spielerin. So jung, aber schon so viele Erfolge und Grand-Slam-Siege", sagte Paolini: "Ich habe also großen Respekt vor ihr. Aber ich möchte am Samstag auf den Platz zu gehen und versuchen, das Spiel und diesen Moment zu genießen."

Für sie selbst ist schon der Finaleinzug ein Riesenerfolg. Vor diesem Jahr war sie bei den vier Grand-Slam-Turnieren nie über die 2. Runde hinausgekommen. Dann erreichte sie im Januar bei den Australian Open das Achtelfinale, nun folgte in Paris ein märchenhafter Siegeszug bis ins Match um den Suzanne Lenglen Cup.

Dominanz wie Nadal? Swiatek: "Wir werden sehen"

Doch ein Finalsieg gegen Swiatek wäre eine Riesenüberraschung. Die Polin greift nach ihrem vierten Titel im Stade Roland Garros seit 2020. Sie hat genau wie die deutsche Tennis-Ikone Steffi Graf 20. Siege in Folge bei French-Open-Matches gewonnen.

Kein Wunder, dass sie angesichts der Dominanz in Paris mit Sandplatz-König Rafael Nadal aus Spanien verglichen wird. Swiateks Reaktion darauf? "Wir werden sehen, ob die Reise nach 14 Jahren ähnlich aussieht."

Paolini auch im Doppel im Endspiel

Neben dem Einzeltitel darf Paolini sogar auf einen Zweifach-Triumph bei den diesjährigen French Open hoffen. Die 28-Jährige zog einen Tag vor ihrem Einzel-Finale gegen Swiatek auch im Doppel-Wettbewerb ins Endspiel ein. An der Seite von Sara Errani gewann Paolini am Freitag gegen Marta Kostjuk aus der Ukraine und Elena-Gabriela Ruse aus Rumänien mit 1:6, 6:4, 6:1. Im Finale treffen Paolini/Errani am Sonntag entweder auf US-Star Coco Gauff und Katerina Siniakova aus Tschechien oder die Amerikanerinnen Caroline Dolehide und Desirae Krawczyk.

DPA