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Pagani Huayra R: Brachial-Bolide mit 850 PS

Supersportwagen aus Italien - Für die Rennpiste - Keine Straßenzulassung - Millionenteuer

Pagani Huayra R: Brachial-Bolide mit 850 PS

Rennstrecken-Bolide der Extraklasse: Pagani Huayra R.

Rennstrecken-Bolide der Extraklasse: Pagani Huayra R. Hersteller

Mit konventionellem Automobilbau hat das, was Horacio Pagani macht, nichts zu tun. Nach arbeitstechnischen Aufenthalten bei Lamborghini und Ferrari verwirklichte der Argentinier im Jahr 1992 den Traum vom eigenen Unternehmen, es ist nahe der norditalienischen Stadt Modena beheimatet, in San Cesario sul Panaro.

Seither widmet sich Pagani dem Bau von Supersportwagen. Der erste ist der Zonda gewesen, der zweite - 2012 geboren - heißt Huayra. Er wird, wie einst schon der Zonda, jetzt mit dem Buchstaben "R" geadelt. Wozu das führen kann, demonstrierte der Zonda R höchst eindrucksvoll im Jahr 2010 - indem er die Nürburgring-Nordschleife in 6:47,5 Minuten verfrühstückte, das ist damals Bestzeit gewesen.

Nur für die Rennpiste

Pagani Huayra R

Beflügelt: Huayra R mit spektakulärem Türkonzept. Hersteller

Mit dem Huayra-Serienmodell hat der Brachial-Bolide "R" so gut wie nichts außer dem Namen gemein. Als "besonders freien, dazu extremsten und leistungsorientiertesten Pagani aller Zeiten", bewirbt der Firmenchef selbst sein jüngstes Produkt. Eine Straßenzulassung bekommt der Huayra R gar nicht erst, er darf sich ausschließlich auf der Rennstrecke austoben. Immerhin: Kunden können das im Rahmen des sogenannten "Arte in Pista"-Programms tun, das ihnen Zugang zu ausgewählten Circuits verschafft und mit dem eine herstellerseitige Betreuung verbunden ist.

Die Rennstreckentauglichkeit sichert ein geradezu gewaltiges Antriebsaggregat - frei saugend, mit zwölf Zylindern und sechs Litern Hubraum. Noch Fragen? Ja, nach der Leistung: 850 PS beträgt sie, bereitgestellt bei 8250 Touren. Das maximale Drehmoment steht zwischen 5500 und 8300/min bereit. Erst bei 9000 Umdrehungen greift der Begrenzer ein. Elektrische Unterstützung? Gibt es nicht.

Motorspezialist von Mercedes

Für die Entwicklung des V12-Kraftwerks - das im Übrigen nur 198 kg wiegt - hat Pagani sich die Dienste von HWA gesichert, in Affalterbach zuhause und als Rennsportspezialist für Mercedes und AMG tätig. Teamwork haben Pagani und HWA auch beim sequenziellen und nicht synchronisierten Sechsganggetriebe betrieben, das die schiere Power an die Hinterräder schickt.

Pagani Huayra R

Brachiale Power: V6-Sauger mit 850 PS. Hersteller

Beim Design des Flügeltürers mit seinem üppigen Heckflügel hatte Pagani die Ästhetik der Le Mans-Rennprototypen aus den 1960er und 1970er Jahren vor Augen, des Ferrari P4 beispielsweise oder des Ford GT40, allen voran aber des Porsche 917. Gleichzeitig sollte ein ultimatives Maß an Aerodynamik erreicht werden. Bei 320 km/h ergeben sich 1000 Kilogramm Abtrieb.

3,09 Millionen Euro

Der Huayra R soll in einer Auflage von 30 Einheiten entstehen. Als Preis stehen 2,6 Millionen Euro im Raum, was - wenn noch die Steuer dazukommt - schlussendlich 3,09 Millionen Euro entsprechen würde. Auch das hat mit dem, was im normalen Automobilbau üblich ist, ganz und gar nichts mehr zu tun.

Ulla Ellmer