2. Bundesliga

Paderborn zieht Reißleine und entlässt Effenberg

Verein reagiert nach zwölf Spielen ohne Sieg

Paderborn zieht Reißleine und entlässt Effenberg

In Paderborn nur anfangs erfolgreich: Stefan Effenberg.

In Paderborn nur anfangs erfolgreich: Stefan Effenberg. picture alliance

Erst im Oktober hatte der "Tiger" das Traineramt des Bundesliga-Absteigers übernommen, rund fünf Monate später nach zuletzt zwölf Spielen ohne Sieg ist schon wieder Schluss. Paderborn steht mit nur 19 Punkten auf dem 17. Tabellenplatz und hat aktuell fünf Punkte Rückstand auf Platz 15, der am Ende der Saison den Klassenerhalt bedeuten würde. So viel zum Sportlichen.

Die mutige Wahl, den Champions-League-Sieger von 2001 als Trainer beim Bundesliga-Absteiger zu installieren, zahlte sich nicht aus. Nach anfänglichem Erfolg begann sich eine negative Entwicklung schon vor der Winterpause einzuschleichen. Der Verein suspendierte verdiente Leistungsträger (Saglik, Brückner, Lakic) und zog sich mit dieser wenig transparenten Aktion den Unmut von Teilen der eigenen Fans zu. Auch im Mannschaftskreis waren diese Maßnahmen umstritten.

Im Wintertrainingslager eskalierte die Situation in Belek um Stürmer Proschwitz und einen ausufernden Mannschaftsabend, in dessen Folge der Angreifer Anfang Februar suspendiert wurde. Der mächtige Präsident Wilfried Finke setzte Effenberg nach diesen Vorfällen unter Druck und forderte für den Februar Ergebnisse ein. "Jetzt muss er liefern", so der SCP-Boss. Als diese trotz ordentlicher Leistungen ausblieben, vollführte die Vereinsführung einen Salto rückwärts und gab an, mit Effenberg sogar im Falle eines Abstiegs in die 3. Liga weiterzumachen. "Wir halten an ihm fest. Dafür nehmen wir notfalls auch den Abstieg in Kauf", hatte Finke dem SID nach dem 1:1 im Ostwestfalenderby bei Arminia Bielefeld am 21. Februar gesagt.

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Nachdem zuletzt bekannt wurde, dass Effenberg sogar ohne gültige Trainerlizenz ausgestattet war und im März drei entsprechende Veranstaltungen (die Erste davon hätte am Montag in Halle/Westfalen, also in unmittelbarer Nähe zu Paderborn, stattgefunden) hätte nachholen müssen. Zwar hatte sich Effenberg nach dem 0:0 in Karlsruhe noch kämpferisch gezeigt ("Abgerechnet wird am Ende"), doch scheinbar spitzte sich die Lage nochmals zu, was letztlich zur Trennung führte.

Die Folge: In einem Gespräch am Mittwoch teilte Präsident Finke dem Coach mit, dass der SCP die Zusammenarbeit beendet. Der Verein hat für 14 Uhr am Donnerstag eine Pressekonferenz anberaumt.

Die Ära Effenberg hatte beim SC Paderborn dabei eigentlich sehr gut begonnen, in den ersten beiden Spielen gab es Siege gegen Braunschweig und Union Berlin (beide 2:0). Doch anschließend schien der Wind raus aus den Segeln, in den folgenden zwölf Spielen gab es gerade einmal magere sechs Punkte - dazwischen erlebte der SCP eine herbe 1:7-Niederlage in Dortmund im DFB-Pokal.

mst/rei

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