Bundesliga

Arminia Bielefeld: Stefan Ortega über Bayerns Manuel Neuer

Bielefelds Torwart mit eigenen Ambitionen

Ortega über Neuer: "Die Spiele wären ansonsten anders verlaufen"

Arminia Rückhalt und Aufbauspieler: Stefan Ortega.

Arminia Rückhalt und Aufbauspieler: Stefan Ortega. imago images

Bielefeld gegen Bayern - zu behaupten, dass dies normaler Liga-Alltag in Ostwestfalen sei, versucht Stefan Ortega gar nicht erst. "Klar ist es etwas Besonderes", sagt Arminias Torhüter vor dem Heimspiel des vermeintlich unterlegenen David gegen den Goliath. "Es ist ja auch genau das, was wir haben wollten." Sein Klub sei mit dem Aufstieg nunmehr in einer Spielklasse angekommen, "in der so ziemlich jeder Gegner attraktiv" sei. Deshalb herrsche auch im Vorfeld der Partie gegen die Münchner dieselbe Vorfreude.

Vorbereitet hat sich der Schlussmann entsprechend wie auf jede andere Begegnung auch. "Wir haben viel im Training erarbeitet und daran gefeilt, wo wir gegen die Bayern unsere Chancen sehen. Wir haben Videosequenzen geschaut, um zu sehen: Wie verhalten sie sich, wo pressen sie? Es bringt nichts, etwas anders zu machen. Eine Routine ist ganz wichtig, um gut in ein Spiel reinzukommen."

Wenn es darauf ankam, etwa in der vergangenen Saison, war er immer da.

Ortega über Manuel Neuer

Ortega ist im jüngst so erfolgreichen Bielefelder Spielstil eine Schlüsselfigur, initiiert Arminia doch unter Uwe Neuhaus bevorzugt mit viel Ballbesitz- und Kombinationsfußball das Spiel aus der Tiefe, beginnend bei der Nummer 1. Diesmal, so der Trainer im Vorfeld, werde es ein "Sowohl als auch" in der Taktik geben.

Heißt wohl: Gewohntes Aufbauspiel auf der einen Seite, doch auch das Überbrücken von Distanzen und Gegnern durch weite Pässe. Ortega erinnert dazu an das Bielefelder Auftaktspiel in Frankfurt, das 1:1 endete: "Eintracht hat gefühlt die ganzen 90 Minuten gepresst, da konnten wir nicht immer kurz spielen, sondern hatten auch die Option des langen Balles. Die Bayern haben auch ein brutales Pressing und Gegenpressing. Aber dann müssen sich ja auch irgendwo anders Räume auftun. Und dann geht es darum, das frühzeitig bei Ballgewinn und im Spielaufbau zu erkennen und Akzente zu setzen."

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Erstmals in einem Pflichtspiel mit Arminia wird Ortega am Samstagabend Nationaltorwart Manuel Neuer im Bayern-Gehäuse gegenüberstehen. "Er ist zu Recht der beste Torwart der Welt", legt sich der 27-Jährige fest und zollt seinem Kollegen großen Respekt: "Wenn es darauf ankam, etwa in der vergangenen Saison, war er immer da. Er hat es geschafft, einer sehr guten Mannschaft, die aber auch hier und da Lücken gezeigt hat, in den entscheidenden Momenten zu helfen. Die Spielverläufe wären ansonsten anders gewesen. Das ist eine riesige mentale Stärke. Und das ist auch das Bewundernswerte." Neuer zeichne aus, "dass er eine ziemlich große Ausstrahlung hat und sich vom Gefühl her nie beirren lässt".

Ortega möchte zeigen: "Der kann auch Bundesliga spielen"

Vor Ehrfurcht erstarren will Stefan Ortega aber weder vor Neuer noch vor den Bayern insgesamt. Das Spiel, in dem vermutlich einige Bälle mehr als gewöhnlich in Richtung seines Tores fliegen werden, sieht er persönlich als willkommene Gelegenheit, die eigenen Ambitionen als Liga-Neuankömmling zu unterstreichen: "Klar habe ich meine Qualitäten. Ich habe es in den ersten Spielen zeigen können. Mein Ziel ist es stets, dem Spiel auch meinen Stempel aufzudrücken. So, dass man sieht: 'Der kann auch Bundesliga spielen.'"

Michael Richter

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