Bundesliga

Ortega Moreno: "Es war ein Ziel, dass man mich wahrnimmt"

Bielefeld: Ortega Moreno will aktuell nicht verlängern

Ortega Moreno: "Es war ein Ziel, dass man mich wahrnimmt"

Bereitet sich auf die neue Saison vor: Stefan Ortega Moreno.

Bereitet sich auf die neue Saison vor: Stefan Ortega Moreno. imago images/pmk

Die kicker-Rangliste spülte ihn in diesem Sommer in die Top-5. Ein Urteil, das auch Stefan Ortega Morena nach einem für ihn wie für Arminia erfolgreichen Jahr erfreut hat. "Schön, schöne Sachen über sich zu lesen", gesteht der Torhüter. "Ich stehe in der Kategorie Internationale Klasse, obwohl ich keine internationalen Spiele hatte – das allein ist Anerkennung genug."

Ohne Erstligaerfahrung war der heute 28-Jährige in der vergangenen Saison in Bielefeld an den Start gegangen. Aber mit klaren Vorstellungen für sich selbst. "Ich hatte mir vorgenommen, nicht nur mitzuschwimmen, sondern meinen eigenen Stil einzubringen. So, dass die Leute sagen: Der ist nicht nur in der Bundesliga, er kann da auch den Unterschied machen. Es war ein Ziel, dass man mich wahrnimmt. Und ich glaube, das habe ich geschafft."  In der Tat: Nicht umsonst stand er jüngst beim DFB auf Abruf für den Fall, bei der Nationalmannschaft während der EM eingreifen zu müssen.

Viel habe sich seither ansonsten für ihn nicht verändert, sagt Ortega Moreno. "Jetzt ist es ähnlich wie letztes Jahr. Wir haben wieder eine Bundesliga-Saison, auf die man sich vorbereiten darf. Wir haben es uns alle zusammen erarbeitet." Erfreulich sei dabei freilich die Aussicht, daheim wie auswärts wieder vor Fans spielen zu können.

Thema Vereinswechsel ist Vergangenheit

Arminias Rückhalt zwischen den Pfosten will sich ganz aufs Sportliche bei den Ostwestfalen konzentrieren. Das Thema Vereinswechsel – vor allem der FC Bayern zeigte lange großes Interesse – ist Vergangenheit. "Ich habe immer gesagt, dass ich nicht wechseln muss, sondern mir Gedanken mache – so wie es der Verein auch macht. Ich habe gesagt, dass es in alle Richtungen gehen kann. Aber ich habe auch gesagt, wenn ich hier bleibe, bleibe ich aus voller Überzeugung."

Kurz vor dem Saisonstart tut der Schlussmann dies mit vollem Fokus aufs Sportliche, den erneuten Klassenerhalt. Überlegungen rund um seinen im nächsten Jahr auslaufenden Vertrag stehen hintenan. "Ich gehe in das Jahr wie in jedes andere auch. Es sind Dinge, die ich nur mit meiner eigenen Leistung beeinflussen kann. Bringe ich die, muss ich mir keine Sorgen machen. Ich habe ein gutes, ruhiges Umfeld, in dem ich nicht das Gefühl habe, jetzt im September oder noch hier im Trainingslager eine Entscheidung treffen zu müssen, was mit mir passiert."

Die Entwicklung geht peu à peu nach oben.

Stefan Ortega Moreno zur Entwicklung bei Arminia Bielefeld

Gespräche mit Arminia über die Zeit ab 2022 hätten "einfach mal so zwischen den Türen nicht konkret" stattgefunden, erzählt der junge Familienvater. "Das ist aber auch gar nicht schlimm." Mit Unterbrechung steht er vor seinem insgesamt zwölften Jahr in Bielefeld – mit der Perspektive, dort "alt" zu werden? "Ich kann es mir gut vorstellen, aber auch genauso gut, etwas anderes zu machen. Ich würde gerne noch einmal international spielen." Was für Bielefeld, das weiß er selbst, eher nicht möglich sein wird. Aber: "Der Verein hier stellt sich gerade sehr gut auf. Die Entwicklung geht peu à peu nach oben. Das merke ich schon."

Ortega Moreno wirbt um Verständnis

Alles offen, scheint das Motto – die Möglichkeit allerdings, mit einer Vertragsverlängerung inklusive Ausstiegsklausel eine Situation zu schaffen, in der auch Arminia einmal bei einem Wechsel von einer ordentlichen Ablösesumme profitieren könnte, scheint Ortega Moreno zunächst nicht zu favorisieren. "Es kommt für mich gerade nicht infrage." Er habe in Bielefeld vor vier Jahren die Möglichkeit erhalten, wieder im Tor zu stehen, aber dem Verein sportlich in dieser Zeit ja auch einiges zurückgegeben.

Klare Konsequenz für ihn: "Ich muss mich jetzt nicht in eine Situation bringen, die meinen Markt vielleicht verschlechtert. Ich kann es aus Vereinsseite verstehen, die Spielerseite aber muss man auch versuchen zu verstehen. Da werden wir sehen, ob wir eine Lösung finden oder nicht. Es ist nicht die Baustelle, die ich in den nächsten zwei Monaten bearbeiten muss."

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Michael Richter

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