DFB-Pokal

FC Ingolstadt, Tomas Oral: "Wir müssen Job-Sharing machen"

Eckert Ayensa fällt für Pokalfight gegen Düsseldorf aus

Oral: "Wir müssen Job-Sharing machen"

Rechnet sich gegen Düsseldorf etwas aus: FCI-Coach Tomas Oral.

Rechnet sich gegen Düsseldorf etwas aus: FCI-Coach Tomas Oral. imago images

Nur dieses Mal hat der FCI keinen XXL-Umbruch hinter sich, sondern der Gegner Fortuna Düsseldorf (19 Abgänge). Beide Teams haben eine Vorbereitung mit zwei Corona-Fällen absolviert, die nicht nach Plan lief. Bedauerlich, dass dieser Pokalfight am Samstag (18.30 Uhr, LIVE! auf kicker) im Sportpark ohne Zuschauer ausgetragen werden muss.

Der unterschiedliche Fitnesszustand der Mannschaft bereitet Trainer Tomas Oral großes Kopfzerbrechen. "In den letzten Tagen sind alle Spieler, die weg waren, wieder 'reingeflogen'. Es sind alle wieder an Bord, nur Dennis Eckert Ayensa hat sich eine Muskelverletzung zugezogen." Die weitere Vorgehensweise für das Pokalspiel und den Saisonauftakt ist daher schnell erklärt. "Wir müssen dahin kommen, dass wir ein Job-Sharing machen. Ich bin zuversichtlich, dass wir den Trainingsrückstand schnell auffangen, aber wir müssen aufpassen, dass wir nicht überdrehen", verdeutlicht der 47-Jährige die aktuelle Problematik.

Glaube an Erfolg größer als vor Relegations-Rückspiel

Obwohl Oral die Favoritenrolle dem Bundesliga-Absteiger zuschreibt, gibt es auch Argumente, die für die Schanzer sprechen: "Unser Vorteil ist, dass sich 90 Prozent der Mannschaft bereits kennen. Egal, wie schwierig es momentan ist, ich weiß, wie widerstandsfähig wir sind." Die Hoffnung auf eine Pokalsensation ist im Ingolstädter Lager durchaus vorhanden: "Der Glaube daran ist wesentlich größer als der, den wir vor dem Relegationsrückspiel nach dem 0:2 gegen den 1. FC Nürnberg hatten. Ich bin davon überzeugt, dass es ein 50:50-Spiel ist. Auf dem Papier ist Düsseldorf der Favorit, aber wir werden eine Mannschaft auf dem Platz haben, die dem Gegner Paroli bieten wird", schickt der FCI-Trainer eine versteckte Kampfansage Richtung Karnevalshochburg.

Den Fragen zur Taktik und zum Spielsystem weicht der listige Trainerfuchs raffiniert aus: "Im morgigen Spiel wird nicht das System ausschlaggebend sein. Es kommt auf die mentale Stärke und Willenskraft an." Trotzdem sprechen viele Anzeichen dafür, dass der FCI wieder in der bewährten 4-4-2-Grundordnung starten wird.

Status Quo bei Kutschke, Stendera und Beister

"Kutsche, ist eine Urgewalt und ein Mentalitätsmonster. Er hat eine schwerwiegende Verletzung erlitten und diese mit in den Urlaub genommen. Sie ist noch nicht zu 100 Prozent ausgeheilt", lobt Oral seinen Kapitän Stefan Kutschke und lässt ein Hintertürchen offen: "Er trainiert wieder voll mit. Ob er von Anfang an spielt oder von der Bank kommt, er ist eine Bereicherung für die Truppe." Bei Neuzugang Marc Stendera, dem neuen Chef im zentralen Mittelfeld, gerät der FCI-Trainer ins Schwärmen: "Wir müssen ihn behutsam aufbauen, da er in den letzten Jahren eine Leidenszeit hinter sich hat. Was mir persönlich imponiert hat, ist, dass Marc unbedingt zu uns kommen wollte, für ihn stand kein anderer Verein zur Diskussion. Für das Pokalspiel ist er für die Startelf kein Thema." Bei Sorgenkind Maximilian Beister sei die Verletzung überwunden. "Er hat diese Woche voll mittrainiert", so Oral. "Man darf nicht vergessen, dass er eigentlich vier Wochen in Quarantäne war. Er ist eine Option für morgen."

Kein Wechselspiel Buntic/Jendrusch

In der Torhüterfrage lässt Motivationskünstler Oral keine Zweifel aufkommen: "Fabijan Buntic ist die Nummer 1. Ich habe ihm ja letzte Saison fünf Spiele weggenommen, deshalb kann er die im Pokal nachholen (lacht)." Auf die Nachfrage zum neuen Keeper von Erzgebirge Aue lässt der Coach seinen Überlegungen freien Lauf: "Kein Gedanke an ein Wechselspiel mit Neuzugang Robert Jendrusch. Er ist ein talentierter Schlussmann, den wir für den Ernstfall aufbauen, falls im Tor etwas passiert. Da wir wenige Vorbereitungsspiele hatten, braucht Bunti seine Einsätze."

Bernd König