Bundesliga

Onisiwo: "Will nicht sagen, dass ich der Gewinner bin"

Mainz: Der 26-Jährige über Position, Trainer und Alaba

Onisiwo: "Will nicht sagen, dass ich der Gewinner bin"

"Ich denke, dass es bisher auch für mich ganz gut gelaufen ist." Karim Onisiwo.

"Ich denke, dass es bisher auch für mich ganz gut gelaufen ist." Karim Onisiwo. imago

kicker: Wie schätzen Sie Trainer Schwarz und Ihre Situation unter ihm ein, Herr Onisiwo?

Karim Onisiwo: Der erste Eindruck ist super. Wir hatten gleich zu Beginn ein gutes Gespräch über meine Situation hier in Mainz. Sandro war offen und ehrlich zu mir, hat mir gesagt, wie wir zusammenarbeiten werden. Das war wichtig für mich persönlich, um zu wissen, welchen Stand ich in diesem Verein habe. Und ob ich noch weiterarbeiten kann. Das war alles gegeben. Ich denke, dass es bisher auch für mich ganz gut gelaufen ist - und freue mich jetzt auf meinen ersten Einsatz.

Spielersteckbrief Onisiwo
Onisiwo

Onisiwo Karim

Trainersteckbrief Schwarz
Schwarz

Schwarz Sandro

1. FSV Mainz 05 - Vereinsdaten
1. FSV Mainz 05

Gründungsdatum

16.03.1905

Vereinsfarben

Rot-Weiß

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kicker: Am Samstag geht es nach Stuttgart. Gegen den VfB haben Sie beim 3:1 am 33. Spieltag der Saison 2015/16 Ihr erstes Bundesligator erzielt. Welche Erinnerungen haben Sie daran?

Onisiwo: Für mich persönlich habe ich sehr gute Erinnerungen daran. Es war ein wichtiges Spiel, für uns ging es um den Europapokal und für Stuttgart gegen den Abstieg. An diesem Tag ist Stuttgart leider abgestiegen. Daher bleibt ein lachendes und ein weinendes Auge für den Gegner, denn das wünscht man keinem Klub.

Für David Alaba war es auf jeden Fall der exakt richtige Schritt.

Karim Onisiwo

kicker: Damals waren Sie noch als Linksaußen auf dem Feld. Inzwischen schult Sie Schwarz intensiv zum Rechtsverteidiger um.

Onisiwo: Man hat in der Vorbereitung gesehen, dass ich diese Position öfter ausgeführt habe. Zuletzt wurde ich mehr und mehr geschult - taktisch. Ich bevorzuge aber noch immer die offensivere Position, am liebsten links vorne. Obwohl ich alle drei Positionen vorne spielen könnte. Als Linksaußen bin ich aber hierherkommen. Der Trainer hat mich jetzt nach rechts hinten zurückgezogen, weil ich mit meiner Schnelligkeit und Wucht für Gefahr sorgen kann. Ich habe das natürlich angenommen - und wenn ich der Mannschaft zu diesem Zeitpunkt damit helfen kann, dann führe ich diese Position so gut wie's geht aus.

kicker: Da geht es Ihnen ähnlich wie Ihrem Kumpel David Alaba, der auch zum Außenverteidiger gemacht wurde.

Onisiwo: Das stimmt (lacht). Bisher haben wir noch nicht darüber gesprochen. Für ihn war es auf jeden Fall, wenn man auf seine jetzige Karriere zurückblickt, der exakt richtige Schritt.

kicker: Könnte dieser Positionswechsel auch für Sie eine gute Chance sein?

Onisiwo: Wenn ich rechts hinten spiele, ist es sehr positiv für mich, weil ich bei fast jeder Angriffssituation dabei sein kann. Wenn das Spiel auf der anderen Seite stattfindet, muss ich mich defensiv orientieren. Dieses System, dieser Spielstil kommt mir in jedem Fall zu Gute.

Sandro bringt jetzt etwas Neues rein, etwas Erfrischendes. Wir haben einen genauen Plan.

Karim Onisiwo

kicker: Abgesehen von Ihrer Umschulung - was hat sich noch alles verändert zur Vorsaison?

Onisiwo: Es hat sich sehr vieles verändert, weil Sandro etwas ganz Anderes mitbringt als Martin zuvor. Martin hat es top gemacht, super umgesetzt. Sandro bringt jetzt etwas Neues rein, etwas Erfrischendes. Ich finde, dass wir die Abläufe, das System, die Taktik inzwischen schon verinnerlicht haben. Das hat man auch im ersten Meisterschaftsspiel schon gesehen. Wir haben einen genauen Plan, wie wir die Spiele angehen und gegen jeden Gegner spielen sollen. Das ist wichtig. Nun weiß ich, welche Abläufe gefordert sind.

kicker: In diesem Sommer war Ihre Situation nicht immer einfach. Es wurde sogar über einen Wechsel spekuliert. Wie gingen Sie damit um?

Onisiwo: Es ist viel geschrieben worden. Ich lese nicht so viel, was die Medienlandschaft schreibt. Aber solche Dinge werden mir mitgeteilt, wenn es heißt, dass ich kurz vorm Absprung stehe. Die erste Instanz ist, dass man sich hier zusammensetzt und fragt: Kommt das von außen nach innen oder ist es von innen nach außen gedrungen? Da wurde mir mitgeteilt, dass es gar kein Thema ist, dass ich wechseln müsste. Nach dem Trainingslager war der Coach hochzufrieden mit mir und meinen Trainingsleistungen. Dann haben sich die Verantwortlichen zusammengesetzt und entschieden, dass ich hierbleibe.

Ich habe nur bewiesen, dass ich hier in Mainz spielen kann.

Karim Onisiwo

kicker: Damit gehören Sie in Mainz auf jeden Fall zu den Gewinnern der Vorbereitung.

Onisiwo: Ich will nicht sagen, dass ich der Gewinner bin. Ich habe nur bewiesen, dass ich hier in Mainz spielen kann - auch rechts hinten.

kicker: Kam für Sie ein Wechsel infrage?

Onisiwo: Mainz war immer die erste Option. Bevor diese Meldungen erschienen sind, habe ich nie daran gedacht, einen Wechsel anzustreben. Natürlich überlegt man, was man macht, wenn es mit einem Verbleib nicht klappen würde. Das ist denke ich ganz normal. Ich habe mir dann gesagt: Ich schalte ab, egal, was jemand schreibt und gebe Vollgas. Das hat sich gelohnt.

Interview: Georg Holzner