Bundesliga

Jonas Omlin: "Enttäuschung der Fans vollkommen verständlich"

Gladbachs Torhüter und ein Frust-Tag beim Comeback

Omlin: "Enttäuschung der Fans ist vollkommen verständlich"

Drei Gegentore beim Comeback: Gladbachs-Keeper Jonas Omlin (li.) konnte am Samstag nicht glücklich sein.

Drei Gegentore beim Comeback: Gladbachs-Keeper Jonas Omlin (li.) konnte am Samstag nicht glücklich sein. IMAGO/fohlenfoto

Mit ernster Miene verließ Jonas Omlin nach 90 komplett enttäuschenden Minuten den Rasen. Das wütende Pfeifkonzert des Anhangs im Anschluss an die klare 0:3-Niederlage gegen Freiburg rauschte noch in den Ohren, als der Torhüter erst am Mikrofon von Sky und dann in der Mixed Zone zur Analyse ansetzte. Erklärungsansätze für die speziell nach der Pause dramatisch schlechte Leistung der Borussen? "Schwierig so kurz nach dem Spiel. Es hat heute an sehr vielen Dingen gelegen. Sehr viele Sachen waren nicht gut", sagte Omlin.

Der Keeper zeigte Verständnis für den Unmut der Fans, von denen ein beträchtlicher Teil schon weit vor dem Abpfiff das Stadion verlassen hatte. "Die Enttäuschung der Fans ist vollkommen verständlich. Wir liefern keine Resultate. Die Fans haben uns die ganze Saison über unheimlich gepusht, und jetzt, nach den Spielen gegen Saarbrücken, Köln und anderen, ist dieser Frust da. Wir müssen jetzt liefern. Heute ist es uns nicht gelungen, die Fans wieder abzuholen", so der Schweizer.

Bundesliga, 27. Spieltag

Omlin: Keine schöne Rückkehr

Die ersten zwei Freiburger Treffer, jeweils kurz nach dem Anpfiff der beiden Hälften, wirkten wie eine kalte Dusche. Es waren Schlüsselszenen - in denen auch Omlin keine glückliche Figur machte. Beim Freiburger Führungstor durch Michael Gregoritsch tropfte der Ball nach einem abgefälschten Eggestein-Schuss im Fünfmeterraum runter, da hätte Omlin entschlossener rauskommen können statt auf der Linie zu verharren - so wurde es Gregoritsch nicht nur durch das ganz schwache Abwehrverhalten von Joe Scally zu einfach gemacht.

Mein Comeback habe ich mir anders vorgestellt.

Jonas Omlin

Beim 2:0 schlug ein Flachschuss von Merlin Röhl aus halbrechter Position im kurzen Eck, der Torwartecke, ein. "Dass ich da besser reagieren muss, weiß ich selbst. Es war ein freier Abschluss", befand Omlin und sagte über das 1:0: "Ich muss mir das alles noch mal ansehen. Ich war auf der linken Seite, weil da der Schuss abgegeben wurde. Als der Ball dann abgefälscht wurde, konnte man nicht damit rechnen, wo der Ball runterkommt. Schade, dass der Stürmer von Freiburg dann da war und nicht wir." Unter dem Strich also keine schöne Rückkehr nach der monatelangen Verletzungspause. Omlin gab ehrlich zu: "Mein Comeback habe ich mir anders vorgestellt."

Für Trainer Gerardo Seoane war nach den Eindrücken der vergangenen Wochen die Zeit gekommen, um Borussias etatmäßige Nummer 1 wieder ins Bundesligator zu beordern und Omlin den Vorzug vor Moritz Nicolas zu geben. An dieser Entscheidung wird sich nach Freiburg auch nichts ändern, denn Spielpraxis auf höchstem Niveau ist es, was Omlin jetzt braucht. "Jonas ist unser Kapitän, er ist die neue Nummer 1", hielt der VfL-Trainer nach dem Schlusspfiff fest und betonte: "Wie jeder Spieler bei uns hat auch er das Recht, einen Fehler zu machen. Das gehört dazu."

Jan Lustig

Bilder zur Partie Borussia Mönchengladbach gegen SC Freiburg