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Ohne Tiki-Taka: Herthas "Anti-Fußballer" in VBLCC-Play-offs

Mainz feiert Divisionstitel vor Leipzig

Ohne Tiki-Taka: Herthas "Anti-Fußballer" erreichen die Play-offs

Hertha BSC und Bastian Puskas (li.) haben die Play-offs erreicht.

Hertha BSC und Bastian Puskas (li.) haben die Play-offs erreicht. DFL/Getty Images/Daniel Kopatsch

Ob der Begriff "Anti-Fußballer" auf Herthas eSport-Team zuträfe, fragte VBL-Moderator Niklas Nörenberg am Mittwochabend. "Ja, ein bisschen", gab Bastian Puskas unumwunden zu. Für den Berliner Spieler schien es weder Angriff noch Beleidigung zu sein - fast schon ein Kompliment. Er selbst wurde von Nörenberg und Kollege Tim Schwartmann als "frustierendster Gegner" der Division Süd-Ost eingeschätzt. Auch hier hatte 'bxstip7' keine Einwände. Warum auch? Der Play-offs-Einzug gibt ihm und Hertha BSC schließlich recht.

Zwei Punkte Vorsprung hatten die achtplatzierten Hauptstädter vor dem letzten Spieltag der regulären VBLCC-Saison auf die SV Elversberg. Den direkten Vergleich hatten die Berliner gewonnen. Somit reichte ihnen gegen den Karlsruher SC schon ein Remis, um im Klub-Titelrennen zu bleiben. Das Doppel geriet in der Folge zur zähen Angelegenheit, am Ende stand ein 0:0. "Der Druck war so hoch, man konnte kein 5:1 erwarten. Die Devise war, Fehler zu vermeiden", erklärte Puskas die Herangehensweise im 2vs2.

Spieltag 32

In den Einzeln schätzte 'bxstip7' die Herthaner Qualität hoch genug ein, um mindestens einmal zu gewinnen - und in Kombination mit dem Doppel-Unentschieden einen Punkt zu sichern. Er selbst sorgte im Anschluss an das 2vs2 gegen KSC-eSportler Khalid Gürel für die Play-off-Qualifikation: Gewohnt flankenlastig und defensivstark bezwang er 'khalidgrl03' knapp mit 2:1. Keine Glanzleistung, aber ein weiterer kontrollierter Auftritt: "Gegen Atletico spielt im Fußball auch keiner gerne. Es gibt eben nicht nur Schönspieler."

"Flanken sind das Beste, was es in FC gibt"

Hertha-Teamkollege Noah Klitzing machte es im zweiten Einzel deutlicher und schlug Karlsruhes Lukas Vonderheide mit 3:0. Die Berliner erledigten ihre Hausaufgaben - was auch nötig war: Elversberg war zuvor nämlich im Speedrun gegen die SpVgg Greuther Fürth (2:0, 2:0) erfolgreich gewesen. Durch den eigenen Sieg belohnte sich die Alte Dame für eine überaus konstante Saison: Nur nach zwei von 32 Spieltagen war Hertha aus den Play-off-Rängen gerutscht. Nach oben ging es zwischendurch aber auch maximal auf Rang fünf.

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Puskas kommt die Meta in FC 24 entgegen, in der Flanken extrem effektiv sind. Weswegen viele andere Spieler inzwischen auch auf hohe Hereingaben setzen. "Ich finde es eigentlich ganz geil, dass sich das jetzt immer mehr etabliert. Flanken sind das Beste, was es in FC 24 gibt", sagte 'bxstip7': "Und ich weiß: Wenn mein Gegner auch viel flankt, kann ich es im Normalfall besser. Weil ich es schon seit Jahren mache." Die Attraktivität des Spiels steht dabei hinter dem Erfolg. Oder wie Puskas meinte: "Nicht jeder spielt Tiki-Taka."

Remis reicht Mainz zum Divisionstitel

Deutlich eher zu sehen war feines Kurzpassspiel in der regulären Saison beim 1. FSV Mainz 05. Coach Corvin Deterding hat seine Schützlinge Ditmir Alimi und Max Julius Gröne zu einem Top-Duo der VBLCC entwickelt. Weitere Früchte der Arbeit ernteten die Nullfünfer am 32. Spieltag: Durch ein Remis gegen den FC Bayern (1:1, 1:0, 0:1) verteidigte Mainz die Tabellenspitze gegenüber RB Leipzig und wurde Divisionsmeister. Den RBLZ nützte im Kampf um Platz eins auch ein dominanter Sieg gegen Darmstadt (3:0, 3:1) nichts.

Den Titel "Meistertrainer" nahm Deterding von der VBL-Moderatorenrunde gerne entgegen, lenkte den Fokus aber weiter: "Ich bereite die Jungs zwar taktisch vor, aber das viel größere Kompliment geht an sie." Während Alimi und Gröne sich zum Zeitpunkt des Interviews wohl schon auf der Heimreise befanden, hatte Coach 'Deter' noch Pläne: "Ich werde noch ein bisschen hier bleiben und mir das eine oder andere Kaltgetränk genehmigen." Vollkommen verdient angesichts von 76 Punkten, +91 Toren und 24 Saisonsiegen.

Augsburg springt von sechs auf vier

Die letzte tabellarische Entscheidung vom Mittwoch betraf nicht die Klub-Meisterschaft, sondern den VBL-Einzelwettbewerb. Die TSG Hoffenheim, der FC Bayern München und der FC Augsburg kämpften um die Ränge vier und fünf, die zwei direkte Plätze im VBL Grand Final garantieren. Der FCA ging als Sechster unter Zugzwang in den letzten Spieltag - der FCB hatte wiederum die Mammutaufgabe Mainz vor der Brust. Die besten Karten hatten die Hoffenheimer: Sie trafen als Vierter auf den Tabellenelften 1. FC Nürnberg.

Die TSG unterlag den Franken allerdings etwas überraschend nach 0:2, 3:2 und 3:4. Augsburg wiederum nahm die Hürde Heidenheim (4:1, 2:2, 3:3) und schob sich an Hoffenheim vorbei. Da der FC Bayern gegen Mainz jedoch nur einen Punkt einfuhr, konnten die Kraichgauer aufatmen - es reichte ganz knapp für den fünften Platz. Die Münchener hingegen verpassen die direkte Qualifikation zum VBL Grand Final für zwei ihrer eSportler. Durchaus ärgerlich, wie Augsburgs Yannic Bederke im Vorfeld des Spieltags schon ausführte: "Wenn man so kurz vor den Top 5 steht, will man da schon rein. Wir wissen alle, wie schwer die Einzel-Play-offs sind."

Anspruchsvoll dürften für alle beteiligten Teams auch die Play-offs der VBLCC werden, die nun feststehen:

FC St. Pauli - Hertha BSC

SC Freiburg - Hamburger SV

Hansa Rostock - VfB Stuttgart

FC Augsburg - Bayer Leverkusen

VfL Bochum - FC Bayern München

TSG Hoffenheim - FC Schalke 04

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