2. Bundesliga

Wie der 1. FC Nürnberg Sperre von Robert Klauß auffangen will

Chefcoach gegen Hamburg nicht auf der Bank

Ohne Chef an der Seitenlinie: Wie Nürnberg die Klauß-Sperre auffangen will

Loge statt Seitenlinie: Robert Klauß darf während der Partie gegen den Hamburger SV keinen Kontakt zum Team halten.

Loge statt Seitenlinie: Robert Klauß darf während der Partie gegen den Hamburger SV keinen Kontakt zum Team halten. imago images

Eine schwierige Herausforderung wäre das Heimspiel gegen den Hamburger SV am Samstag (13 Uhr, LIVE! bei kicker) ohnehin geworden. Nun findet es für den 1. FC Nürnberg auch noch unter ungewöhnlichen Bedingungen statt: Nach seinem Flaschentritt in Heidenheim wurde Chefcoach Robert Klauß vom DFB-Sportgericht für das Spiel gegen den Tabellenführer gesperrt. Es ist die erste Trainer-Verbannung im Unterhaus.

Heißt im Klartext: Ab 30 Minuten vor Anpfiff darf der 36-Jährige keinen Kontakt mehr zur Mannschaft haben, auch nicht indirekt über seine Assistenten. Kein Telefonat, kein WhatsApp - und auch keine Zurufe von der Tribüne des leeren Stadions. Auf der Pressekonferenz am Freitag erklärte Klauß, er werde das Spiel aus einer Loge verfolgen "und je besser wir spielen, desto entspannter sitze ich dort".

Steinmetz und Schweinsteiger übernehmen - aber "alles vorbereitet"

Ein allzu großes Problem sieht Klauß in seinem Fehlen aber nicht. "Ich falle ja nicht aus, nur die Abläufe sind anders", stellte der FCN-Coach fest. "Wir organisieren das wie jeden anderen Spieltag auch. Ich werde die Ansprache vor dem Spiel halten, den Matchplan vorstellen und Einzelgespräche führen. 30 Minuten vor Anpfiff werde ich dann hochgehen, aber da passiert dann eh nicht mehr viel von Trainerseite. Da geht nicht so viel verloren."

Das Kommando übernehmen ab diesem Zeitpunkt die beiden Co-Trainer Frank Steinmetz und Tobias Schweinsteiger, die demnach auch für Umstellungen und Auswechslungen während des Spiels zuständig sind. "Das", erklärt Klauß jedoch, "ist alles vorbereitet". Mögliche Anpassungen in Sachen Taktik und Personal werde er bereits vorab mit seinen Assistenten durchsprechen - zumal in Schweinsteiger sowieso ein Insider für den Gegner aus dem Norden bereit steht. Der 38-Jährige arbeitete in der vergangenen Saison unter dem jetzigen Nürnberger Sportvorstand Dieter Hecking als Co-Trainer beim HSV. "Tobi merkt man an, dass es etwas Besonderes ist", berichtet Klauß.

Lohkemper fällt weiterhin aus - Zrelak-Einsatz nicht gefährdet

Für das Team soll das hingegen nicht gelten. "Für die Mannschaft ändert sich nicht so viel", meint Nürnbergs Cheftrainer, "weil sie einen guten Plan an der Hand haben". Adam Zrelak, der am Mittwoch das Training abbrechen musste, ist mittlerweile wieder schmerzfrei und steht zur Verfügung. Verzichten muss Nürnberg neben den Langzeitverletzten weiterhin auf Felix Lohkemper (Klauß: "Es reicht noch nicht ganz"), den in die Niederlande gewechselten Virgil Misidjan (Klauß: "Das war für mich überraschend") - und eben auf den Chefcoach selbst.

Der gestand schließlich doch noch ein: "Es ist schade für alle, weil ein Spiel immer fehlt. Es hilft mir als Trainer und es hilft der Mannschaft." Und bei allen getroffenen Vorbereitungen, schmunzelt Klauß, "wäre es schlimm, wenn es gar nicht auffallen würde".

mib

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