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Offener Brief von BFV-Präsident Rainer Koch: Der Ton wird rauer

Bayern verschiebt den Wiederbeginn der Saison "19/21"

Offener Brief von BFV-Präsident Rainer Koch: Der Ton wird rauer

Fordert von der bayerischen Staatsregierung die Zulassung von Zuschauern: BFV-Präsident Rainer Koch

Fordert von der bayerischen Staatsregierung die Zulassung von Zuschauern: BFV-Präsident Rainer Koch picture alliance

"Es braucht an dieser sensiblen Stelle im Dialog mit der Politik vor allem Diplomatie und Durchhaltevermögen." Lange war der Bayerische Fußball-Verband (BFV) sehr defensiv im Umgang mit der Politik, immer mit der Hoffnung verbunden, der für Anfang September geplante Wiederbeginn der Saison "19/21" würde alsbald genehmigt. Doch die bayerische Staatsregierung lässt sich Zeit, will offenbar erst am 1. September eine Entscheidung treffen, ob in Bayern wieder Amateurfußball vor Zuschauern gespielt werden darf. Geisterspiele sind für den Verband keine Option, derzeit zumindest bei Testspielen aber die einzig mögliche Praxis, da noch immer keine Zuschauer erlaubt sind, während in den Nachbarbundesländern Baden-Württemberg (maximal 500 Zuschauer) und Hessen (250) schon vor Publikum gespielt werden kann.

Wie am Donnerstag berichtet, versteht der BFV auch nicht, warum beispielsweise in der Gastronomie, in Kinos und Theatern Veranstaltungen mit Publikum stattfinden dürfen, die Sportplätze aber tabu sind.

Da die Dinge aber nun mal so sind, wie sie sind, hat das BFV-Präsidium auf die ausstehende Genehmigung der bayerischen Staatsregierung reagiert, wie Koch verrät: "Von daher hat sich der BFV-Vorstand dazu entschieden, seinen Vereinen eine gewisse Vorlaufzeit zur Umsetzung der dann geltenden Hygienekonzepte einzuräumen und den Spielbetrieb - falls es endlich staatlich erlaubt wird - ab dem 19. September 2020 fortzusetzen Einzelne Spiele wären nur dann früher möglich, wenn beide beteiligten Vereine dies wünschen." Bisher galt das Wochenende des 5. und 6. September als anvisierter Starttermin.

Nun macht Koch in einem offenen Brief an die Vereine klar, dass die Politik handeln müsse: "Der Ball liegt jetzt in der Spielhälfte der Politik, sie muss entscheiden, ob sie mitspielt oder ob sie Euch, unsere über 4.500 Vereine, weiter im Abseits stehen lässt und damit Eure Existenz aufs Spiel setzt. Wir wissen um die großen Nöte vor Ort, die jeder Tag mehr mit sich bringt, wenn der Ball bei Euch vor Zuschauern nicht rollen kann." Weiter fordert Koch, der beim DFB als für den Amateurfußball zuständige Vizepräsident fungiert, die Vereine auf: "Auch Euch bitten wir, alle weiterhin gemeinsam an einem Strang zu ziehen, politische Vertreter bei Euch vor Ort anzusprechen und dabei klar zum Ausdruck zu bringen, welche Positionen wir gemeinsam vertreten. Denn klar ist auch: Es kann nur gemeinsam gehen. Vereine, Verband - und jetzt vor allem die Politik."

stw / PM