3. Liga

Offenbarungseid des FCK: "Beschämend für den ganzen Verein"

Das 0:3 gegen die Münchner Löwen nährt die Abstiegssorgen

Offenbarungseid des FCK: "Beschämend für den ganzen Verein"

Schwer enttäuscht: Kevin Kraus (re.) und sein Teamkollege Hendrik Zuck.

Schwer enttäuscht: Kevin Kraus (re.) und sein Teamkollege Hendrik Zuck. imago images

Die Videoanalyse von der 0:3-Niederlage gegen 1860 München wird einigen Lauterer Akteuren schmerzhaft vor Augen führen, dass ihre jüngsten Leistungen sie nicht annähernd dafür qualifizieren, für einen Drittligisten zu spielen. Unter anderem der dritte Treffer der Löwen bietet dafür bestmögliches Anschauungsmaterial: Im Lauterer Strafraum herrschte in der 80. Minute eine 6:3-Überzahl zugunsten der Pfälzer, doch fünf der in Rot gekleideten Spieler versammelten sich im Fünf-Meter-Raum, der sechste an der Strafraumgrenze. Um Sascha Mölders, der vom Elfmeterpunkt mutterseelenallein einköpfte, kümmerte sich niemand. Wohlgemerkt ein Stürmer, der bereits nach 36 Minuten ähnlich alleingelassen zum 2:0 traf und in der Vorwoche einen lupenreinen Hattrick schnürte.

"Der Auftritt heute war beschämend für den ganzen Verein. Es hat an allen Ecken gefehlt, das war gar nix", sagte Kevin Kraus, einer der Statisten beim angesprochenen 0:3. "Bis am Samstag muss eine Menge bei uns passieren. Wir müssen miteinander sprechen, müssen endlich die Zweikämpfe wieder annehmen, alles daran setzen, Gegentore zu verhindern und selbst Treffer zu erzielen", forderte der Innenverteidiger. Woher er den Optimismus nimmt, dass dies bis zum Duell beim KFC Uerdingen am Samstag gelingt, bleibt wohl sein Geheimnis. Denn seit Wochen sind ähnliche Aussagen von allen Beteiligten zu vernehmen, unterm Strich macht der FCK von Spiel zu Spiel aber einen mal mehr, mal weniger eklatanten Schritt zurück.

Wir haben in der ersten Halbzeit einen desolaten Auftritt gezeigt, von vorne bis hinten, man hat den Jungs auch die Verunsicherung und die Angst angesehen. Ich habe im Moment keine Erklärung.

Jeff Saibene

Da wundert es auch nicht, dass auch Saibene nicht so Recht wusste, wie er den erneuten Offenbarungseid einzuordnen hatte. "Es fällt mir schwer, die richtigen Worte zu finden", resümierte der Luxemburger. "Wir haben in der ersten Halbzeit einen desolaten Auftritt gezeigt, von vorne bis hinten, man hat den Jungs auch die Verunsicherung und die Angst angesehen. Ich habe im Moment keine Erklärung." Diese sollte der 52-Jährige aber schnellstmöglich finden, um dem Absturz des Traditionsvereins ein Ende zu setzen.

Die Wahrscheinlichkeit ist aber recht hoch, dass der FCK auf einem Abstiegsplatz überwintert. Mit einem Kader wohlgemerkt, dem die Verantwortlichen den Aufstieg in die 2. Liga zugetraut haben. Und dementsprechend wurde auch in stattliche Gehälter für das kickende Personal investiert. Die kurze Winterpause, ehe es am 9. Januar gegen Viktoria Köln wieder losgeht, muss zur intensiven Analyse auf dem Betzenberg genutzt werden. Dabei muss jede Position hinterfragt werden.

Fragen über Fragen

Wie geht es mit Sportdirektor Boris Notzon weiter, dessen Vertrag im Sommer ausläuft? Nicht zum ersten Mal hat der 41-Jährige einen Kader zusammengestellt, der weit hinter den Erwartungen zurückblieb. Auf welchen Positionen könnten Neuzugänge helfen, den drohenden Abstieg in die Regionalliga abzuwenden? Wie geht es mit Jeff Saibene weiter? Zuletzt wirkte er nach nur zwei Siegen aus 15 Spielen ratlos und resigniert, die kurze positive Entwicklung nach seinem Amtsantritt am 3. Spieltag wurde längst ins Gegenteil verkehrt. Fragen über Fragen, mit denen sich insbesondere Geschäftsführer Soeren Oliver Voigt unterm Weihnachtsbaum beschäftigen muss.

Moritz Kreilinger