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Mesut Özil: "Die Leute versuchen seit zwei Jahren, mich zu zerstören"

Ex-Nationalspieler will bei Arsenal bleiben

Özil: "Die Leute versuchen seit zwei Jahren, mich zu zerstören"

Will sich nochmal beim FC Arsenal beweisen: Mesut Özil.

Will sich nochmal beim FC Arsenal beweisen: Mesut Özil. imago images

13 Spiele hat der FC Arsenal nach der Corona-bedingten Zwangspause bestritten und sogar den FA Cup gewonnen. Mesut Özil hatte damit nichts zu tun, der ehemalige Nationalspieler stand keine einzige Sekunde auf dem Platz und saß nur zweimal auf der Ersatzbank.

"Ich war fit genug", sagt der Deutsche nun im Gespräch mit "The Athletic". "Meine Tochter ist zwar geboren worden, und ich habe nicht immer perfekt geschlafen, aber das ist normal. Ich hatte tatsächlich mehr Energie und Vorfreude durch sie."

Das hat Mikel Arteta, der vor wenigen Jahren noch mit Özil zusammengespielt hatte, offenbar anders gesehen. Nach der Degradierung unter Emery war Özil nun auch bei dessen Nachfolger nicht mehr gefragt. "Wenn man weiß, wie gut man ist, und dann nicht ausgewählt wird, ist es schwer, bei 100 Prozent zu bleiben - und natürlich wirst du enttäuscht."

Özil erklärt, warum er nicht auf Teile seines Gehaltes verzichtete

Özil zeigt "vollen Respekt" für die Entscheidung seines Trainers, "aber ich habe nach dem Re-Start keine Chance mehr bekommen. Hätte ich schlecht gespielt und wäre dann rausgelassen worden, hätte ich es vielleicht verstanden, aber das war nicht der Fall."

In England wurde gar spekuliert, dass Özils Nicht-Berücksichtigung mit der Tatsache zu tun hatte, dass sich der Weltmeister von 2014 zu Beginn der Pandemie offenbar als einziger Arsenal-Profi geweigert hatte, auf Teile seines Gehalts zu verzichten. "Ich weiß es nicht", erklärt er und begründet seine umstrittene Entscheidung damit, dass sehr viel Unklarheit geherrscht habe. "Ich habe ein Baby zuhause, Verpflichtungen einzugehen für meine Familie in der Türkei und in Deutschland zu sorgen und außerdem Wohltätigkeitsangelegenheiten."

Die reden nur Mist, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Macht das, soviel ihr wollt. Es interessiert mich nicht.

Özil über "die Leute" in der Öffentlichkeit

Leute, so Özil weiter, "die mich kennen, wissen, wie großzügig ich bin. Und soweit ich weiß, war ich gar nicht der einzige Spieler, der abgelehnt hat, aber nur mein Name kam raus. Das liegt wohl daran, dass die Leute seit zwei Jahren versuchen, mich zu zerstören und mich unglücklich zu machen. Sie wollen die Fans gegen mich aufbringen und ein Bild kreieren, das nicht der Wahrheit entspricht."

Es gehe sowieso nie darum, was die "Leute" in der Öffentlichkeit sagen. "Die reden nur Mist, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Macht das, soviel ihr wollt. Es interessiert mich nicht."

Özil will "bis zum letzten Tag" bleiben - und nochmal angreifen

Dass der FC Arsenal seinen Top-Verdiener nur zu gerne von der Gehaltsliste streichen würde, interessiert Özil auch nur bedingt. "Wenn ein Spieler den Klub verlassen will, aber der Klub nein sagt, dann hat der Spieler das zu akzeptieren. Wenn also der Klub einen Spieler loswerden, der Spieler aber bleiben will, dann muss der Klub das akzeptieren - wenn keine gemeinsame Lösung gefunden werden kann."

2017 hatte Özil einen Rekordvertrag über vier Jahre in Nordlondon unterschrieben und will diesen auch erfüllen - "bis zum letzten Tag der Vereinbarung. Ich entscheide, wann ich gehe, niemand sonst. Ich werde alles für den Klub geben. Situationen wie diese werden mich niemals brechen, sie machen mich nur stärker. Ich habe in der Vergangenheit gezeigt, dass ich zurückkommen kann, und das werde ich wieder machen."

mkr