Int. Fußball

Nach Arsenal-Ausbootung: Mesut Özil bricht sein Schweigen

Arsenal-Profi enttäuscht über Nicht-Berücksichtigung

Özil bricht sein Schweigen: "Loyalität bekommt man heute selten"

Offenbar nicht mehr auf einer Wellenlänge: Mesut Özil und Mikel Arteta.

Offenbar nicht mehr auf einer Wellenlänge: Mesut Özil und Mikel Arteta. imago images

Wieder mal will, muss oder darf sich Mesut Özil nur in den sozialen Netzwerken äußern, wie schon 2018 beim Rücktritt aus der Nationalmannschaft. Und wieder ist es kein schönes Anliegen, das der Weltmeister von 2014 vorbringt.

Am Dienstagabend hatte der FC Arsenal seinen einstigen Top-Verdiener nicht für den 25-Mann-Kader der Premier League gemeldet, damit ist der ausgestoßene Mittelfeldspieler jetzt auch offiziell nicht spielberechtigt im Ligabetrieb.

Mir wurde nicht erlaubt, für Arsenal Fußball zu spielen.

Mesut Özil

"Das", begann Özil in seinem Schreiben auf Twitter, "ist eine schwierige Nachricht, die ich den Arsenal-Fans schreibe, für dich ich die letzten Jahre gespielt habe. Ich bin wirklich enttäuscht darüber, dass ich nicht für die Premier-League-Saison registriert wurde."

Vor zwei Jahren hatte Özil in Nordlondon einen neuen Dreijahresvertrag unterschrieben, der ihm schätzungsweise 21 Millionen Euro pro Saison einbringt. Seitdem ist der Stern des einstigen Weltklasse-Regisseurs peu à peu gesunken, inzwischen hat Özil seit März kein Spiel mehr für Arsenal bestritten. "Ich habe dem Klub, den ich liebe, meine Loyalität und Treue zugesichert, und es macht mich traurig, dass diese nicht erwidert wurden."

"Dann haben sich die Dinge geändert - mal wieder"

"Wie ich jetzt herausgefunden habe", fuhr Özil fort, "ist Loyalität heutzutage schwer zu erlangen. Ich habe immer versucht, positiv zu bleiben, gedacht, dass es vielleicht die Chance gibt, zurück in den Kader zukommen. Darum bin ich bis jetzt ruhig geblieben."

So wie es aussieht, wird der ehemalige Bundesligaprofi in seinem letzten Jahr für Arsenal keine einzige Minute bestreiten. "Vor dem Ausbruch des Coronavirus war ich wirklich glücklich mit der Entwicklung unter unserem neuen Trainer Mikel Arteta", mit dem Özil übrigens noch zusammenspielte. "Ich würde sagen, dass meine Leistungen auf einem guten Niveau waren. Dann haben sich die Dinge geändert, wieder mal, und mir wurde nicht erlaubt, für Arsenal Fußball zu spielen."

Özil will trotzdem noch für seine Chance kämpfen

Ein Wechsel in der abgelaufenen Transferperiode, das hatte Özil früh klargestellt, war für ihn nie ein Thema. "Was kann ich sonst noch sagen", schloss er in seinem Statement ab. "London fühlt sich für mich immer noch wie zu Hause an, ich habe immer noch viele gute Freunde im Team, und ich fühle immer noch eine starke Verbindung zu diesem Klub."

Egal, was nun komme: "Ich werde weiter für meine Chance kämpfen und meine achte Saison bei Arsenal nicht so enden lassen. Ich kann euch versprechen, dass diese harte Entscheidung nichts an meiner Einstellung ändert. Ich werde weiterhin mein Bestes im Training geben und, wann immer möglich, meine Stimme für Gerechtigkeit einsetzen. Mesut."

mkr