Bundesliga

Oermanns Perspektive: Startelf - und dann Abflug?

Bochums angenehme Gedanken an das jüngste Leverkusen-Spiel

Oermanns Perspektive: Startelf - und dann Abflug?

Bochums Tim Oermann hat gute Chancen auf ein Startelf-Mandat.

Bochums Tim Oermann hat gute Chancen auf ein Startelf-Mandat. IMAGO/RHR-Foto

Keine andere Mannschaft lieferte in der laufenden Saison durchgängig so feinen Fußball wie der aktuelle Tabellenführer. Bayer Leverkusen hat lange nicht verloren, das letzte Mal übrigens gegen - den VfL Bochum.

Das war am 34. Spieltag der Vorsaison, es gab ein sattes 3:0 der Gastgeber an der Castroper Straße und anschließend die gebührenden Feierlichkeiten rund um den Klassenerhalt. In die Karten spielte den Bochumern bei dieser Partie natürlich auch der frühe Platzverweis gegen Leverkusens Amine Adli nach sechs Minuten.

"Es ist beeindruckend, wie sich Leverkusen in dieser Saison präsentiert. Ihre letzte Niederlage ist lange her, an die denken wir natürlich sehr gerne zurück", erzählt Bochums Trainer Thomas Letsch. "Leverkusen hat gerade einen sensationellen Lauf, aber uns muss man auch erst mal schlagen."

Im letzten Pflichtspiel des Jahres nach einer aus Bochumer Sicht sehr erfreulich verlaufenen Hinrunde und jüngst einem souveränen 3:0 gegen Union Berlin wird Spielmacher Kevin Stöger fehlen, einer der überragenden Spieler der Saison und der kreative Kopf im Zentrum. Das gibt Letsch den Freiraum, Matus Bero wieder von Anfang an ins Rennen zu schicken.

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Der Slowake ist nach langer Verletzungspause gewiss noch nicht bei 100 Prozent, dürfte aber mit seiner Laufstärke und seinem Engagement für Halt sorgen gegen die Power-Fußballer aus Leverkusen.

In den jüngsten sieben Spielen gab nur eine einzige Niederlage

Dem klaren Favoriten wird Letsch mit einer möglichst geschlossenen Defensive entgegentreten, die sich in den vergangenen Spielen bewährte. Denn nach sehr holprigem Beginn hat sich der VfL vor allem in der Arbeit gegen den Ball stabilisiert, spielt kompakter, ist nicht mehr so leicht zu überwinden. Immerhin gab es in den jüngsten sieben Spielen nur eine einzige Niederlage.

Dazu hat zum Beispiel Keven Schlotterbeck beigetragen, der anfangs der Saison noch nicht dabei war, inzwischen aber als Abwehrchef gesetzt ist. Mächtig gesteigert hat sich auch Bernardo, der aus der Abwehr nicht mehr wegzudenken ist, entweder auf der linken Seite oder als Innenverteidiger.

Der Brasilianer musste zwar nach dem 3:0 gegen Union mit leichter Erkältung kurz pausieren, trainierte am Dienstag aber wieder mit und wird am Mittwoch gewiss in der Startelf stehen. Gute Chancen hat auch Tim Oermann, auch wenn der zuletzt pausierende Erhan Marsovic wieder zur Verfügung steht. "Tim hat", so Letsch, "seine Sache gegen Union sehr ordentlich gemacht."

Ob Oermann am Mittwoch in Leverkusen sein zunächst letztes Pflichtspiel für Bochum absolviert, ist momentan noch völlig offen. Angedacht war eigentlich, den Verteidiger noch einmal auszuleihen, um ihm weitere Spielpraxis zu verschaffen. Grundsätzlich überzeugt sind Bochums Verantwortliche von dem Verteidiger aktuell aber mehr denn je.

Oliver Bitter

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