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Ochoa steht im Tor, Chicharito nur als Joker gefragt

Mexiko: Herrera plaudert seine erste Elf aus

Ochoa steht im Tor, Chicharito nur als Joker gefragt

Mexikos Angreifer Javier Hernandez sitzt zunächst nur auf der Bank.

Mexikos Angreifer Javier Hernandez sitzt zunächst nur auf der Bank. Getty Images

Zuletzt hatte der 46-jährige Coach noch ein bisschen geunkt, dass er seine Startformation schon im Kopf habe, doch verraten wolle er sie natürlich noch nicht. "Es gibt eine große interne Konkurrenz, alle heben die Hand, alle wollen von Anfang an spielen", erklärte Herrera im Interview mit dem mexikanischen Radiosender Formula. Am Donnerstag dann plauderte er locker mal die elf Namen aus, die am Freitag um 18 Uhr (MESZ, LIVE! bei kicker.de) in Natal gegen die Elf von Trainer Volker Finke beginnen werden.

Ochoa bekommt den Zuschlag

Zuletzt herrschte am meisten Rätselraten über die Besetzung der Torhüterposition, am Ende stach Guillermo Ochoa seinen hauptsächlichen Konkurrenten José Corona aus. Der Keeper vom französischen Erstliga-Absteiger Ajaccio weist mit 59 Länderspielen immerhin die größte Erfahrung auf. Corona, der beim mexikanischen Klub Cruz Azul spielt, stand bislang 33-mal im Tor der Mexikaner.

Weltmeisterschaft - Vorrunde, 1. Spieltag
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Herrera erklärte, dass das Trainerteam alle Keeper genau beobachtet habe und dann "war es eine sehr enge Entscheidung". Als die Entscheidung zugunsten des 28-jährigen Ochoa gefallen war, tauschten sich die beiden Kontrahenten über ihre Situation aus. "Wir haben unter vier Augen gesprochen und ich habe ihn beglückwünscht, dass er im Tor steht", sagte Corona. Das Torwartduell "war jetzt seit Monaten ein Thema, jetzt sollten wir uns total auf die Mannschaft konzentrieren", so der Ersatztorwart weiter.

Keine große Überraschung war es nach den jüngsten Testspielen der Mexikaner, dass Javier Hernandez nicht in der Startelf auftaucht. Der Stürmer von Manchester United überzeugte zuletzt vor allem als Joker, brachte in den Testspielen gegen Portugal (0:1) und Ecuador (3:1) frischen Schwung nach seiner Einwechslung und hinterließ bei Herrera offenbar keinen bleibenden Eindruck, als "Chicharito" gegen Bosnien-Herzegowina (0:1) von Anfang an spielte.

"Gute Chemie" zwischen Peralta und Giovani - "Chicharito" schmollt

Zum anderen kristallisierten sich Giovani dos Santos und Oribe Peralta als ein Sturmduo heraus, das gut zusammen passt, das in Herreras Worten "eine gute Chemie miteinander hat". Letztlich hat den Coach das gute letzte Testspiel gegen Portugal zu der Überzeugung gebracht, auf den Stürmer vom FC Villarreal und den Santos-Laguna-Angreifer zu setzen. "Wir sind jetzt fertig und bereit, wir brauchen keine weiteren Vorreden", machte Herrera seine Spieler heiß auf das Duell gegen Kamerun, gegen das die Mexikaner erst ein Testspiel absolvierten (1993, 1:0).

Ich sehe mich nicht als super Einwechselspieler.

Javier Hernandez, genannt "Chicharito"

Auch wenn Hernandez die Entscheidung des Trainers respektiert, zeigt er sich dennoch enttäuscht und leicht frustriert. "Ich sehe mich nicht als super Einwechselspieler, vielmehr sehe ich mich als Akteur, der den Unterschied ausmachen kann, wenn ich von Anfang an spiele", so der 26-Jährige gegenüber dem mexikanischen Sportblatt Record.

Wenn es dann am Freitagabend gegen die "unzähmbaren Löwen" geht, wird Andres Guardado sein immerhin schon 105. Länderspiel absolvieren. Der als Linksverteidiger zu Bayer Leverkusen geholte Mexikaner wird gegen die Afrikaner die linke offensive Seite von El Tri ausfüllen.

In der abgelaufenen Bundesliga-Spielzeit kam der 27-Jährige nur auf vier Partien für die Leverkusener, in der Hinrunde absolvierte er immerhin sechzehn Spiele für den spanischen Erstligisten FC Valencia, wo er nach dem Turnier auch wieder zurückkehren wird.

Für Guardado ist das Turnier am Zuckerhut bereits seine dritte WM-Endrunde, sein erstes WM-Spiel machte er 2006 beim 1:2-Achtelfinal-Aus gegen Argentinien (n.V.), 2010 wirkte er in drei WM-Partien mit.

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