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Oberliga Niederrhein: Noch nicht der Zeitpunkt, über Plan B zu reden

FVN hält aktuell an 46 Spieltagen fest

Oberliga Niederrhein: Noch nicht der Zeitpunkt, über Plan B zu reden

Die Spieler der Oberliga Niederrhein müssen in dieser Saison ein enormes Programm abspulen. Unser Bild zeigt die Partie Schwarz-Weiß Essen gegen den SC Union Nettetal.

Die Spieler der Oberliga Niederrhein müssen in dieser Saison ein enormes Programm abspulen. Unser Bild zeigt die Partie Schwarz-Weiß Essen gegen den SC Union Nettetal. imago images / Beautiful Sports

Im Frühling drehte sich im Amateurfußball alles um die Frage: Abbruch oder weiterspielen? Ein halbes Jahr später drängt sich erneut die Frage auf, wie es nach der zweiten Unterbrechung weitergehen wird? Während sich der Bayerische Fußball-Verband (BFV) als einziger der 21 Landesverbände im Frühjahr für die Fortsetzung der Saison aussprach, war am Niederrhein nach einem bei den Vereinen eingeholten Meinungsbild früh klar, dass die Reise Richtung Abbruch gehen wird. Im Nachhinein könnte sich der bayerische Weg jedoch als der sinnvollere erweisen. Denn während in Bayern nur noch wenige Spiele zu bestreiten sind, stößt man in anderen Teilen Deutschlands schon jetzt an die Grenzen.

Einen Vergleich unter Regionen oder Landesverbänden hält Henrik Lerch, Pressesprecher des Fußballverbands Niederrhein (FVN), jedoch für unangebracht. "Wie wir alle in dieser Corona-Pandemie gelernt haben, lässt sich sehr wenig vorhersagen - auch für den Amateurfußball in ganz Deutschland."

Die Verantwortlichen am Niederrhein halten aktuell an ihrem Plan fest, die Oberliga-Saison bis zum 30. Juni vollständig zu beenden. "Wir möchten so viele Saisonspiele wie möglich durchführen", sagt Lerch. Über einen Plan B wollen er und der Verband aktuell noch nicht sprechen. Den Zeitpunkt, um dies zu thematisieren, sehe man noch nicht, so Lerch. Und betont erneut: "Stand jetzt versuchen wir weiterhin, alle Saisonspiele bis zum 30. Juni unterzubringen. Wir möchten so viele wie möglich durchführen." Logischerweise, so Lerch, "ist da jede Woche, in der nicht gespielt werden darf, für uns alle ärgerlich". Aber damit müsse man umgehen.

46 Spieltage sieht der Terminkalender in der Oberliga Niederrhein regulär vor. Für die Oberliga-Teams bedeutet das von September bis Juni 44 zu absolvierende Begegnungen. Elf Runden sind seit dem Re-Start im September vergangen. Und schon jetzt zeichnet sich ein Bild ab: Nur die wenigsten der 23 Vereine konnten alle ihre Partien austragen. Um genau zu sein vier: der 1. FC Bochholt, Schwarz-Weiß Essen, der SC Union Nettetal und die Sportfreunde Baumberg. Der VfB Hilden und der SC Düsseldorf-West haben mit sieben Spielen die wenigsten auf dem Konto.

Es wartet also ein Mammutprogramm mit zahlreichen englischen Wochen auf Vereine und Spieler nach dem Lockdown. Jedoch wussten die Klub-Verantwortlichen worauf sie sich im Sommer einließen. Da hilft derzeit auch kein Jammern über das enorme Pensum und steigende Verletztenzahlen. "Wir haben im Juli den 23 Vereinen der Oberliga in einer Video-Konferenz verschiedene Varianten für den Modus vorgestellt", erklärt Lerch den damaligen Vorgang. "Wir haben gemeinsam diskutiert und uns schließlich das Meinungsbild dazu eingeholt." Dem FVN sei immer wichtig gewesen, keinen Alleingang zu starten, die Vereine mitzunehmen und transparent vorzugehen wie auch schon bei der Entscheidung im Frühjahr über den Abbruch, so der Pressesprecher.

"Die enge Taktung der Spiele bei einer 23er-Liga und die vielen geplanten englischen Wochen - also noch ohne erneute Corona-Unterbrechung oder Schlechtwetter - waren allen bekannt, in der Videokonferenz waren alle Vereine anwesend", so Lerch. Wie lange der FVN an seinem Plan, alle Spiele auszutragen, festhalten kann, bleibt abzuwarten. Denn wie Lerch eingangs schon erwähnte, lässt sich derzeit sehr wenig vorhersagen.

dw