Champions League

Nur ein mitleidiger Blick für Costa: "Da waren die Claims abgesteckt"

Leipzig-Coach Nagelsmann feiert mit Saftschorle und Superbock

Nur ein mitleidiger Blick für Costa: "Da waren die Claims abgesteckt"

Diego Costa gegen Upamecano

Hatte einen schweren Stand: Diego Costa gegen Dayot Upamecano. imago images

Ernstere Blessuren hatte keiner der Beteiligten aus dem Abnutzungskampf am Vorabend. Auch Marcel Halstenberg, der im Luftduell mit Stefan Savic eine Platzwunde erlitten hatte, plagten laut Nagelsmann "keine Kopfschmerzen". Der 33-Jährige selbst hatte am Donnerstagabend mit einer Grapefruitsaft-Schorle und einem portugiesischen Bier, Marke "Superbock", den größten Erfolg der Leipziger Klub-Historie und auch seiner jungen Trainerkarriere begossen, zog sich dann vergleichsweise früh zurück, um die massenhaft auf seinem Smartphone eingegangenen Glückwünsche zu lesen: "Ich habe sie alle beantwortet."

"Es tut mir leid für Emil"

Mit dem verdienten 2:1 über die klar favorisierten Madrilenen hat nicht nur RB Leipzig, sondern auch Nagelsmann selbst, seine Visitenkarte auf der europäischen Fußball-Bühne abgegeben. Sein Matchplan war voll aufgegangen, mit der Personalwahl lag er goldrichtig. Dass er sich im, so Nagelsmann, "Kopf-an-Kopf-Rennen" zwischen Emil Forsberg und Dani Olmo für den Spanier entschied, zahlte sich nicht nur beim 1:0-Treffer durch den Winter-Neuzugang aus. "Es tut mir leid für Emil, weil er sehr gut drauf ist", zeigte Nagelsmann zwar Mitgefühl für den Schweden. Mehr noch aber freute sich der Trainer über die Qualität des Konkurrenzkampfes gerade in diesem Mannschaftsteil: "Im offensiven Mittelfeld gibt es das erste Mal gar keinen Leistungsabfall."

Einen solchen gab es gegen Atletico in keinem Mannschaftsteil der frischen, mutigen und auch spielstarken Leipziger Formation. "Die Jungs waren außergewöhnlich abgezockt, es war eine außergewöhnliche Teamleistung", lobte Nagelsmann: "Man hatte nicht den Eindruck, dass wir deutlich unerfahrener sind als der Gegner auf diesem Parkett." Dort hatte schon nach wenigen Sekunden Dayot Upamecano die Marschrichtung vorgegeben, als er seinen ersten Zweikampf gegen Diego Costa resolut gewann und für den am Boden lamentierenden Spanier nur einen mitleidigen Blick übrig hatte. "Da waren die Claims abgesteckt", befand Nagelsmann.

Eine gute Mischung aus klassischen und neuen Elementen

Es folgten inklusive Nachspielzeit 97 Minuten, die ein Spiegelbild darstellten für den Reife- und Entwicklungsprozess des Leipziger Teams in der ersten Spielzeit unter Nagelsmann. "Es war eine gute Mischung aus dem klassischen RB-Fußball, der den Klub hochgebracht hat, und neuen Elementen, die wir reingebracht haben", urteilte der Coach treffend. Die neuen Elemente kamen beispielsweise beim 1:0 zum Vorschein, als der Ball vor Olmos Treffer 19 mal in den eigenen Reihen zirkulierte. Der von Marcel Sabitzer über Angelino brillant eingefädelte und von Tyler Adams glücklich finalisierte 2:1-Siegtreffer hingegen entstand aus einer überfallartigen Gegenattacke der Marke Ralf Rangnick.

Oliver Hartmann