Bundesliga

"Nur" Sportdirektor: Gibt sich Rangnick damit zufrieden?

Künftige Aufgabenverteilung ist noch unklar

"Nur" Sportdirektor: Gibt sich Rangnick damit zufrieden?

In welcher Rolle sieht er sich zukünftig? Leipzigs Trainer und Sportdirektor Ralf Rangnick.

In welcher Rolle sieht er sich zukünftig? Leipzigs Trainer und Sportdirektor Ralf Rangnick. imago images

Ralf Rangnick betont zwar in öffentlichen Statements immer wieder, dass er sich auf den Sportdirektor-Posten zurückziehen werde. Allerdings mischte sich in diese Aussagen zuletzt vermehrt das Verlangen nach weiteren Aufgabenfeldern und Kompetenzen innerhalb des Fußball-Imperiums von Red Bull. Der 60-Jährige möchte nicht nur in Leipzig die sportliche Verantwortung tragen, sondern auch an anderen Fußball-Standorten des Konzerns die Geschicke (mit-)bestimmen.

Rangnicks Vision ist, beispielsweise beim MLS-Ableger in New York oder beim brasilianischen Zweitligisten Bragantino, in den sich Red Bull erst kürzlich eingekauft hat, Spieler zu entwickleln, die Leipzig verstärken können.

Nach kicker-Recherchen informierte Rangnick schon im Februar Geschäftsführer Oliver Mintzlaff über seine Pläne und wurde hierzu auch bei RB-Gründer Dietrich Mateschitz vorstellig. Auf große Gegenliebe scheint Rangnick mit seinen Planspielen nicht gestoßen zu sein, jedenfalls ging das Trio in der Causa ergebnislos auseinander.

Mintzlaff Gegner einer Ämterhäufung

Wer Mintzlaff in den knapp fünfeinhalb Jahren Leipzig intensiver verfolgt hat, kann sich kaum vorstellen, dass sich der 43-Jährige mit einer Ämterhäufung seines wichtigsten sportlichen Angestellten anfreunden kann. Wenn zur kommenden Saison der neue Trainer Julian Nagelsmann an den Start geht, wird Mintzlaff sich einen Sportdirektor wünschen, der seinen Fokus voll auf die Mannschaft legt und nicht stattdessen nach New York oder Brasilien tourt.

Klar ist: Es sind klärende Worte nötig zwischen Geschäftsführer und Sportdirektor, sie werden wohl erst nach dem Pokalfinale gegen die Bayern ausgesprochen. Fraglich, ob Rangnick als Sportdirektor bleiben wird, sollte ihm der Wunsch nach Ausdehnung seines Aufgabenfeldes abgeschlagen werden.

Oliver Hartmann/kon

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