Frauen

Nur noch England im Weg!

Frauen-EM: DFB-Elf erreicht das Finale

Nur noch England im Weg!

Prinz gegen Stensland

Den nächsten Titel im Visier: Birgit Prinz (hier gegen Stensland) und Kolleginnen hatten gegen Norwegen Mühe. picture alliance

Die deutsche Elf musste nach dem 2:1-Erfolg im Viertelfinale gegen Italien eine Änderung vornehmen. Wegen einer Meniskusverletzung musste Abwehrchefin Ariane Hingst passen, für sie durfte die Frankfurterin Saskia Bartusiak von Beginn an ran.

Den Norwegerinnen war in der Anfangsphase bereits anzumerken, dass sie sich nach der 0:4-Pleite in der Vorrunde einiges vorgenommen hatten. Bis auf einen Distanzschuss von Bresonik brachte Deutschland gegen die aggressiven Skandinavierinnen nichts zustande - und im Angriff hatte sich die Truppe von Trainer Berntsen etwas ganz Besonderes einfallen lassen.

Stimmen zum Final-Einzug

Eine ganz besondere Eckballvariante sollte die deutsche Elf immer wieder vor Probleme stellen. In der 10. Minute zog Hjelmseth das Leder zum ersten Mal direkt vor das Tor, wo gleich mehrere Norwegerinnen für Verwirrung sorgen sollten. Der Plan ging auf. Angerer kam im Getümmel nicht an den Ball, Herlovsen lauerte hinter der Torfrau und drückte das Leder über die Linie. Beinahe wäre dieselbe Variante nochmals von Erfolg gekrönt gewesen. Wieder konnte Angerer nicht ausreichend klären, aus zehn Metern traf Storlökken im Nachsetzen jedoch nur den Pfosten (22.).

Der deutschen Elf fehlte es im ersten Abschnitt vor allem an Ideen. Zu oft versuchten es die Neid-Schützlinge mit langen Bällen in die Spitze, generell unterliefen den deutschen Damen viel zu viele Abspielfehler. Die einzige gute Chance war somit ein Zufallsprodukt, ebenfalls nach einer Ecke. Behringers Hereingabe landete jedoch genau auf der Latte, Bresonik traf im Nachschuss nur das Außennetz. Bitter, dass sich ausgerechent die bis dato agilste Spielerin verletzte. Bresonik musste unmittelbar vor der Pause aus, für sie kam Laudehr ins Spiel.

Frauen-EM in Finnland

Silvia Neid reagierte zur Halbzeit ein weiteres Mal, brachte da Mbabi für Schmidt, Garefrekes rückte auf die rechte Verteidigerposition. Und die Leistung der deutschen Damen wurde wesentlich besser. Prinz und da Mbabi verpassten nach Hereingaben von rechts jeweils nur knapp das Tor (51.) - doch in der 59. Minute war der Bann gegen die nun deutlich unter Druck stehenden Norwegerinnen gebrochen. Laudehr nutzte die Verwirrung nach einer Hereingabe von Behringer zum 1:1. Doch damit nicht genug: Nur drei Minuten später köpfte da Mbabi nach einer Flanke von der linken Seite zur Führung ein - und schon war die Partie gedreht.

Nun hatte Deutschland klar Oberwasser, drängte gar auf das 3:1. Doch in der Chancenverwertung zeigte das DFB-Team nun Schwächen. Prinz hatte in der 73. Minute die beste Möglichkeit, zögerte aber mit dem Abschluss einen Tick zu lang.

Es reichte dennoch für Deutschland, da Norwegen nicht mehr die Mittel fand, die Defensive vor ernsthafte Probleme zu stellen. In der Nachspielzeit machte Bajramaj, genauso wie die anderen Torschützinnen eingewechselt, mit dem 3:1 alles klar. Am Donnerstag um 18 Uhr steht das Finale als letzter Schritt zum Titel auf dem Programm. Der Gegner in Helsinki heißt dann England.