3. Liga

1. FC Kaiserslautern: Die Abwehr als Prunkstück

Keeper Raab und Trio um Tomiak, Kraus und Winkler sind die Garanten des Erfolgs

Nur drei Gegentore in zehn Spielen: Die Abwehr als FCK-Prunkstück

Drei, die sich gefunden haben: Kevin Kraus, Alexander Winkler und Boris Tomiak (von links) bilden die beste Abwehr der Liga.

Drei, die sich gefunden haben: Kevin Kraus, Alexander Winkler und Boris Tomiak (von links) bilden die beste Abwehr der Liga. imago images/Fotostand

Kein gegnerischer Angreifer hat es geschafft, es war Mike Wunderlich. Sein unglückliches Eigentor beim 1:1 in Duisburg Ende Oktober hat damals der Serie von 615 Minuten ohne Gegentor ein Ende gesetzt. In der Woche darauf gelang es den Würzburger Kickers sogar gleich zweimal, gegen den FCK zu treffen. Das war es dann aber auch. Nur diese drei Tore kassierten die Roten Teufel in den vergangenen zehn Spielen. Seit über 330 Minuten steht wieder die Null - wie in insgesamt zehn der 17 Saisonspielen. Auch die in Summe nur elf Gegentore sind Ligabestwert.

Die Stabilität lässt sich nicht an dem einen überragenden Akteur festmachen, vielmehr hat sich ein Kollektiv auf konstant hohem Niveau gefunden, das sich gegenseitig zu Höchstleistungen verhilft. Doch am Anfang der Saison lief es noch nicht, das 0:4 bei Viktoria Berlin stellte gleich am 3. Spieltag einen Tiefpunkt dar. Erst die Umstellung von einer Viererkette hin zu drei Verteidigern ab dem 8. Spieltag im Derby gegen Waldhof, als in doppelter Unterzahl ein 0:0 verteidigt wurde, war der zündende Funke. Ein Blick über das Personal, das seitdem brilliert.

Matheo Raab

Dass der Torhüter in seiner ersten Profisaison als Stammkeeper alles hält, was geht, und noch ein bisschen mehr, mag noch am wenigsten überraschen. Die traditionell gute Torwartschule auf dem Betzenberg hat mit dem 22-Jährigen ein weiteres Juwel hervorgebracht, das mit einem kicker-Notenschnitt von 2,5 die Liga in dieser Statistik anführt, vier Nominierungen für die Elf des Tages - ebenfalls Ligabestwert - untermauern seinen Wert für den FCK.

Boris Tomiak

Boris wer? Genauso dürften manche Fußballfans im Sommer reagiert haben, als Lautern den Transfer von Tomiak verkündete. Wer nur die ersten drei Spielklassen in Deutschland verfolgte, dem war der 23-Jährige noch nicht über den Weg gelaufen. Doch dem FCK ist der Innenverteidiger von Fortuna Düsseldorf II in der Regionalliga nicht verborgen geblieben. Statt am Rhein einen Profivertrag zu unterzeichnen, entschied sich der 1,93 Meter große Hüne für den Betzenberg - ein Glücksfall für beide Seiten. In allen Saisonspielen auf dem Platz, entwickelte sich Tomiak schnell zum Chef der Defensive. Seine Kopfballstärke lässt nicht nur manchen Verteidiger verzweifeln, auch in der Offensive ist er nur schwer zu halten: Auch dank seiner drei Tore und zwei Vorlagen (kicker-Notenschnitt 2,97) hat sich Tomiak wie Hintermann Raab schon an vier Spieltagen in der Top-Elf wiedergefunden.

Kevin Kraus

Ein Lautsprecher ist Kevin Kraus nicht, er schlägt eher die ruhigeren Töne an. Aber er versteckt sich auch nicht und steht immer Rede und Antwort - dabei hat er seit seinem Wechsel aus Heidenheim in die Pfalz 2018 schon so einige Krisen mitgemacht. Immer wieder hat er seitdem sein Potenzial phasenweise auf den Platz gebracht, doch meist war es nur solide und es fehlte die Konstanz, auch krasse Aussetzer blieben nicht aus. Doch vom Negativen ist nichts mehr zu sehen: In der Mitte der Dreierkette zeigt der 29-Jährige seit Wochen genau die Leistungen, die man sich schon vor drei Jahren erhofft hat. Der Notenschnitt von 3,05 und drei Nominierungen für die Elf des Tages zeigen: Kraus ist in Top-Form.

Alexander Winkler

Mit ihm war in dieser Konstellation am wenigsten zu rechnen. Denn die Wege von Alexander Winkler und dem FCK schienen in diesem Sommer schon wieder auseinanderzugehen - nach einem für beide Seiten nicht zufriedenstellenden Jahr. Im Sommer 2020 aus Unterhaching gekommen, wurde der 29-Jährige in der vergangenen Saison immer wieder von Verletzungen und durchwachsenen Leistungen zurückgeworfen, er kam auf nur zwölf Einsätze. Doch statt auf Vereinssuche zu gehen, biss sich Winkler durch, machte im Training und in Kurzeinsätzen auf sich aufmerksam und wartete geduldig auf seine Chance. Diese bot sich am 8. Spieltag nach dem Platzverweis von Marvin Senger. Seitdem ist Winkler als feste Größe gesetzt und macht seine besten Spiele im FCK-Trikot (Notenschnitt 3,05).

Die zweite Reihe

Als positive Corona-Tests und grippale Infekte den FCK jüngst heimsuchten, blieb Trainer Marco Antwerpen ganz entspannt. "Ich muss sagen, es hat heute unheimlich viel Spaß gemacht, eine Truppe auf den Platz zu schicken, mit der kaum einer rechnet", zeigte sich der 51-Jährige ganz selbstbewusst, als die ersatzgeschwächte Truppe vor einer Woche Wehen Wiesbaden mit 1:0 besiegte. Es waren auch die Leistungen der Back-ups, die dafür sorgten, dass der positive Trend beim Traditionsverein fortgesetzt wurde.

Ob Keeper Avdo Spahic, der Raab in zwei Spielen vertrat und jeweils die weiße Weste wahrte, oder Maximilian Hippe, der in diesem Zeitraum Kraus im Abwehrzentrum nicht vermissen ließ. Es ist eben das Kollektiv, das den FCK derzeit ausmacht und es auch verkraften wird, dass Tomiak wegen einer Gelbsperre am kommenden Samstag (14 Uhr) gegen Viktoria Köln erstmals fehlen wird. Zumal Raab und Kraus an diesem Dienstag wieder ins Mannschaftstaining eingestiegen sind.

Moritz Kreilinger

Die Trainer in der 3. Liga